Bitcoin-Skeptiker Howard Schultz erwägt Präsidentschaftskandidatur

Howard Schultz, der ehemalige CEO und Vorstand von Starbucks, hat bekanntgegeben, dass er erwäge, als Unabhängiger bei den kommenden US-Präsidentschaftswahlen 2020 zu kandidieren. Das geht aus einem Tweet von ihm vom 27. Januar hervor.

"Ich liebe unser Land und ich denke ernsthaft darüber nach, als Unabhängiger aus der Mitte für das Amt des Präsidenten zu kandidieren", schrieb er. Auf diese Ankündigung hat er eine Reihe kritischer Reaktionen geerntet. Die meisten Kommentatoren argumentierten dabei, dass eine unabhängige Kandidatur die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen, einheitlichen demokratischen Alternative zu einer zweiten Trump-Präsidentschaft verringern würde.

Für Kommentatoren im Krypto-Raum würde eine Kandidatur von Schultz ein komplexes Bild ergeben.

In einem Transkript der Telefonkonferenz zum Gewinn von Starbucks im ersten Quartal 2018, das am 26. Januar letzten Jahres veröffentlicht wurde, machte Schultz umfangreiche Bemerkungen zu seiner Sichtweise von Bitcoin (BTC) und anderen Blockchain-basierten Kryptowährungen. Insbesondere sprach er hierbei über die von ihm so genannte "unternehmerische DNA"
von Starbucks und der Notwendigkeit, "ständig neugierig zu sein, um Ecken zu sehen und große Wetten abzuschließen".

Schultz sagte:

"Ich spreche das an, weil ich persönlich glaube, dass es eine oder einige legitime, vertrauenswürdige digitale Währungen auf Basis von Blockchain-Technologie geben wird. Wenn wir über die Zukunft unseres Unternehmens und die Zukunft des Konsumentenverhaltens nachdenken, müssen wir das mit einbeziehen. Wir müssen auch mit einbeziehen, dass Legitimität und Vertrauen durch eine Marke in einem nicht virtuellen Umfeld untermauert werden müssen, wenn es um die Verbraucheranwendung geht."

Er betonte, dass Starbucks weder seine eigene digitale Währung herstellt noch in die Technologie investiert. Er erklärte dennoch nachdrücklich, das Unternehmen sei "in einer einzigartigen Position", um die Vorteile einer Zukunft mit auf Verbraucher ausgelegten, Blockchain-basierten digitalen Währungen zu nutzen.

Schultz äußerte sich gegenüber Bitcoin allerdings ablehnend und sagte, er glaube, dass er "weder heute noch in Zukunft eine Währung sein wird".

Wie bereits berichtet, sah sich Starbucks im vergangenen Jahr dazu gezwungen, Medienberichte öffentlich zu dementieren, laut denen sich das Unternehmen an dem digitale Vermögenswerte-Ökosystem Bakkt beteiligen würde. In diesen Medienberichten hieß es auch, dass Kunden Artikel bei Starbucks mit Kryptowährungen bezahlen können.

Eine weitere Präsidentschaftskandidatin für die Wahlen im Jahr 2020 ist unter anderem die Senatorin der Vereinigten Staaten Elizabeth Warren, eine hochkarätige Demokratin. Sie hat ihre Kandidatur angekündigt und ist eine bekannte Krypto- und ICO-Skeptikerin.

Der Programmierer und Kryptoenthusiast John McAfee will hingegen mit dem erklärten Ziel als Präsident kandidieren, erlaubnislose Kryptowährungen im Rahmen einer explizit libertären Agenda zu fördern. Nach einer mutmaßlichen Anklage von US-Steuerbehörden hat McAfee jedoch erklärt, dass er seine Kampagne "im Exil" von einem Boot in internationalen Gewässern aus führen werde.