Bitmain: Antrag für Börsengang läuft aus, Mining-Konzern zieht trotzdem positives Fazit

Der Antrag von Bitmain für einen Börsengang (IPO) an der Hong Kong Stock Exchange (HKEx) ist offiziell abgelaufen. Dies geht aus einer entsprechenden Liste der Hongkonger Börse hervor, die am 26. März aktualisiert wurde.   

In einem Blogeintrag des chinesischen Mining-Konzerns Bitmain bestätigt das Unternehmen, dass sein Antrag tatsächlich ausgelaufen ist. In der gleichen Meldung wird bekanntgegeben, dass Haichao Wang zum neuen Geschäftsführer ernannt wurde.

Der Antrag für einen Börsengang wurde am 26. September 2018 eingereicht, weshalb am 26. März die 6-monatige Prüfungsfrist ausgelaufen ist, die in den Regularien der Hongkonger Börse festgeschrieben ist. Laut diesen Vorschriften hätte ein Prüfungskomitee innerhalb dieses Zeitraumes seine Zustimmung geben müssen, da dies nicht geschehen ist, verfällt der Antrag somit automatisch.

In der Mitteilung, in der Bitmain den verfallenen Antrag bestätigt, heißt es seitens des Mining-Konzerns, dass man weiterhin daran arbeiten wird, „das große Potenzial der Blockchain- und Kryptobranche freizusetzen“, da dieser „junge Sektor jetzt schon seinen Mehrwert nachweisen kann“.

Und weiter:

„Wir hoffen, dass sich Aufsichtsbehörden, Medien und Öffentlichkeit dieser jungen Branche zukünftig mehr öffnen. Sobald die Zeit reif ist, werden wir unseren Antrag für einen Börsengang erneut stellen.“

Bitmain gibt sich positiv und verweist auf die Lehren, die man aus der Antragsstellung gezogen habe. Demnach hat dieser „das Unternehmen transparenter und standardisierter gemacht”, außerdem habe „die Ausrichtung auf Optimierung und Verschlankung“ dabei geholfen, sich zurück auf die Kernkompetenzen des geschäftlichen Grundkonzeptes zu besinnen.

Dahingehend verweist der Konzern auf die entsprechenden Maßnahmen, die unternommen wurden, um den Geschäftsbetrieb zu optimieren. In diesem Zusammenhang wird die Ernennung des neuen Geschäftsführer hevorgehoben. Haichao Wang hat langjährige Erfahrung in der Herstellung von Prozessoren und hat auch bei Bitmain schon mehrere Abteilungen geleitet. Nun soll er den neu eingeschlagenen Weg kontinuierlich fortführen.

Wie im Januar berichtet, waren Jihan Wu und Micree Zhan Ketuan als gemeinsame Geschäftsführung zurückgetreten, in der heutigen Mitteilung heißt es jedoch, dass beide Personen der Firma als Direktoren erhalten bleiben.

Des Weiteren geht Bitmain in dem Schreiben auf die vielen Einsparungen ein, die das Unternehmen vor allen Dingen im internationalen Geschäft getätigt hat. Als Rechtfertigung heißt es dahingehend, dass „diese Entscheidungen schwierig aber notwendig waren, um ein langfristiges, nachhaltiges und skalierbares Geschäftsmodell aufbauen zu können“.

Um die derzeit schwache Marktlage zu überstehen hat Bitmain deshalb „klar voneinander getrennte Abteilungen für Mining-Hardware, Künstliche Intelligenz, Mining-Server und Mining-Pools“ geschaffen, außerdem wurden „die Ressourcen für Prozessor-Herstellung, Hardware-Herstellung und Software-Entwicklung zusammengelegt, um die Kräfte im Hauptgeschäftsfeld zu bündeln“.

Wie zuvor berichtet, musste Bitmain im Rahmen des Börsengangs seine Geschäftszahlen offenlegen, wodurch ersichtlich wurde, dass das Unternehmen stark unter dem Crash der Kryptomärkte gelitten hat. Eine Analyse von Cointelegraph hatte schon im Januar vermutet, dass der etwaige Börsengang aus finanzieller und rechtlicher Sicht wohl scheitern würde.