Bitstamp hat von der slowenischen Börsenaufsicht eine MiFID-Lizenz als sogenannte multilaterale Handelseinrichtung (MTF) erhalten. Diese Lizenz wird es der Börse ermöglichen, ihren institutionellen und privaten Kunden zukünftig anspruchsvollere Finanzprodukte anzubieten.

Im Rahmen der Lizenz ist Bitstamp nun berechtigt, Krypto-Derivatprodukte anzubieten, wie z. B. Perpetual Swaps, bei denen es sich um Finanzderivate handelt, die es Tradern ermöglichen, auf Kursbewegungen zu spekulieren. Die Lizenz öffnet der Kryptobörse auch die Türen für den Handel mit Aktien, Rohstoffen, Anleihen und anderen Produkten.

„Sie [die Lizenz] ist nicht nur ein Beweis für unsere Sicherheit, Vertrauenswürdigkeit und Konformität, sondern auch für die zunehmende Reife der Branche insgesamt“, sagte Jean-Baptiste Graftieaux, Global CEO von Bitstamp, in einer zugehörigen Erklärung.

Quelle: Bitstamp

Die MTF-Lizenz ist ein regulatorischer Rahmen, der im Zuge der Richtlinie der Europäischen Union über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II) geschaffen wurde und es den Börsen ermöglicht, in einem regulierten Umfeld zu operieren und eine breite Palette von Finanzprodukten in Übereinstimmung mit den EU-Vorschriften anzubieten.

Der Schritt bringt Bitstamp näher an institutionelle Kunden, die Krypto-Derivate nachfragen, heran, da sie eine der ersten Börsen ist, die unter der Lizenz arbeiten darf. Zu den anderen Börsen, die unter der MTF-Lizenz reguliert werden, gehört die D2X mit Sitz in Amsterdam.

Das 2021 gegründete Unternehmen Bitstamp wurde kürzlich von dem in den USA ansässigen Fintech-Unternehmen Robinhood im Rahmen eines 200 Millionen US-Dollar schweren Deals übernommen. Die Transaktion, die Anfang 2025 abgeschlossen werden soll, soll das Krypto-Dienstleistungsangebot und die globale Reichweite von Robinhood erweitern, insbesondere in Asien, dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union.

Robinhood sah sich zuletzt mit Herausforderungen in Bezug auf seine Krypto-Dienstleistungen konfrontiert. Im Mai erhielt das Fintech-Unternehmen entsprechend eine sogenannte Wells Notice der US-Börsenaufsicht (SEC), in der der Plattform Wertpapierverstöße im Zusammenhang mit dem Krypto-Geschäft vorgeworfen wurden.

Die wachsende Nachfrage institutioneller Anleger veranlasst immer mehr Börsen, Krypto-Produkte einzuführen. Anfang Oktober führte zum Beispiel die Chicago Mercantile Exchange (CME) Group ihre Bitcoin Friday Futures (BFF) ein und verzeichnete am ersten Handelstag ein Rekordvolumen von über 31.498 Kontrakten, die über zwei Wochen gehandelt wurden.

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