Blockchain in Automobilindustrie: Marktpotenzial von über 100 Milliarden Euro

Laut einer Studie der deutschen Unternehmensberatungsfirma Simon-Kucher & Partners können Autohersteller von einem Marktpotenzial von bis zu 104 Milliarden Euro im Jahr 2030 profitieren, wenn sie neue Blockchain-Anwendungen mit großem Mehrwert für ihre Kunden implementieren, so eine Pressemitteilung am 18. Dezember.

Die Studie wurde im Oktober 2018 global unter 362 Befragten durchgeführt und offenbart, für welche Blockchain-Lösungen Autofahrer bereit wären, zu bezahlen. Als besonders attraktiv seien dabei Anwendungen, die zeitsparend sind, etwa ein intelligentes Staumanagement (19,7%) oder automatisierte Bezahlung (17,5%).  Mehr als ein Viertel bzw. fast ein Fünftel aller Studienteilnehmer wären bereit, für diese Dienstleistungen durchschnittlich 10 Euro bzw. knapp 6 Euro pro Monat zu zahlen.

Ebenfalls beliebt seien Anwendungen, die ein sicheres (11,7%) oder umweltfreundliches Fahrverhalten (10,3%) “belohnen”. Verlässliche Fahrzeugdaten bei Gebrauchtfahrzeugen wären Nutzern 5 Euro im Monat wert. Blockchain-Apps zur Fernsteuerung der Autotüren sind Autofahrern mehr als 7 Euro wert. Und einen garantierten Schutz der Fahrzeugdaten würden sich die Befragten monatlich knapp 10 Euro kosten lassen.

Antoine Weill, Partner für globale Geschäftsmethoden im Automobilbereich bei Simon-Kucher, sehe in dem Mehrwert von Blockchain-Lösungen und der Zahlungsbereitschaft der Autofahrer ein Monetarisierungspotential.

“Die Automobilbranche sollte jetzt damit beginnen, ihre Strategien und Geschäftsmodelle anzupassen, um künftig nicht nur ihr Angebot um Blockchain-Lösungen zu erweitern, sondern um diese auch monetarisieren zu können. <...> Die enge Kooperation der einzelnen Akteure - Automobilhersteller, Taxibetriebe, Stadtbetriebe, Mautstellen - ist die Grundvoraussetzung, um dieses Milliarden-Potenzial auszuschöpfen."

Die großen Automobilhersteller haben nicht gezögert, das Blockchain-Phänomen einzufangen, und beschäftigen sich intensiv mit der neuen Technologie. Seit Anfang des Jahres arbeitet BMW an seinen Kobalt-Ledger, Audi testet Blockchain für die Distribution und Porsche erprobt zusammen mit dem Berliner Start-up XAIN den Einsatz von Blockchain-Anwendungen in Fahrzeugen. Auch die Daimler AG, bekannt für ihre Mercedes-Benz Smart-Brands, sorgte für Schlagzeilen, als sie die Einführung einer eigenen Kryptowährung namens MobiCoin, welcher als Prämie für umweltfreundliches und sicheres Fahren ausgezahlt wird, enthüllte.