Mit Booking Holdings verlässt der nächste große Investor Facebook Libra

Die Booking Holdings, der führende Betreiber von Online-Reiseportalen, verlässt als nächster namhafter Investor das Facebook Krypto-Projekt Libra.

Wie Bloomberg am 14. Oktober berichtet, hat sich die Booking Holdings nun ebenfalls entschieden, Facebook Libra den Rücken zu kehren, was den Investoren-Exodus des Krypto-Projekts weiter verschlimmert. Von ursprünglich 28 geplanten Investoren sind mittlerweile nur noch 21 an Bord.

Eine gute Idee?

Die Booking Holdings, die für Portale wie Kayak, momondo, booking.com, priceline.com und agoda.com verantwortlich ist, hatte sich im Juni als eines der Gründungsmitglieder von Facebook Libra angekündigt. Der Booking Holdings Geschäftsführer Glenn Fogel meinte daraufhin im August, dass Blockchain-basierte Währungen zunehmend an Wichtigkeit gewinnen würden, was ein Indiz für das damalige Interesse an dem Facebook Projekt sein könnte.

Fogel prognostizierte in diesem Zusammenhang, dass Bargeld in der Zukunft eine immer geringere Rolle spielen wird, weshalb sich womöglich Platz für eine neue, sichere Währung ergibt. So sagte Fogel im Wortlaut:

„Als Bitcoin erstmals ins Rampenlicht gerückt ist, haben viele daran gezweifelt. Obwohl die Zukunft von Bitcoin noch ungewiss ist, bin ich davon überzeugt, dass Währungen mit Blockchain-Basis [Kryptowährungen} weltweit an Beliebtheit gewinnen werden, besonders außerhalb der USA.“

Mark Zuckerberg soll Stellung nehmen

Der jüngste Schritt der Booking Holdings kommt nur wenige Tage bevor Facebook Geschäftsführer Mark Zuckerberg im parlamentarischen Ausschuss für Finanzdienstleistungen aussagen soll. Die Anhörung von Zuckerberg steht im Zusammenhang mit einem Gesetzentwurf, der Tech-Konzerne vom Eintritt ins Finanzwesen abhalten soll.

David Marcus, der Geschäftsführer von Facebook Libra, hatte zuvor jeweils in den parlamentarischen Ausschüssen für Finanzdienstleistungen und Bankenwesen zum firmeneigenen Krypto-Projekt ausgesagt. Dabei gab er an, dass sich der Social-Media Konzern dringlichst darum bemüht, die Bedenken von Politik und Aufsichtsbehörden auszuräumen.

Nichtsdestotrotz zeigen sich viele Politiker weiterhin skeptisch. US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte heute gemutmaßt, dass der Investoren-Exodus von Libra auf die rechtlichen Bedenken der potenziellen Mitglieder zurückzuführen ist, da Facebook den hohen Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche noch nicht gerecht wird. Allerdings vermuten einige Stimmen der Kryptobranche, dass der politische Druck auf die Investoren die tatsächliche Ursache für deren Ausstieg ist.