Britische Jungferninseln: Krypto-Zahlungssystem für Hilfsbedürftige

Die Britischen Jungferninseln - ein britisches Überseegebiet in der Karibik - hat sich mit dem Blockchain-Unternehmen Lifelabs.io zusammengeschlossen, um für die Einwohner eine alternative Krypto-Zahlungsinfrastruktur einzuführen, die sich über alle Inseln erstreckt. Das wurde in einer Pressemitteilung der Regierung der Britischen Jungferninseln vom 18. April bekanntgegeben.

Die Partnerschaft will insbesondere eine Krypto-Infrastruktur nutzen, um in Notfällen eine zuverlässige und schnelle Versendung von Hilfen und Zugang zu Geldern bieten zu können.

Die Regierung der Britischen Jungferninseln will einen Service namens Blockchain-Plattform als Dienst von Lifelabs einsetzen. Dieses soll die Transaktionsgebühren um über 50 Prozent reduzieren und im Vergleich zu elektronischen Zahlungen über automatisierte Clearingstellen erhebliche Zeiteinsparungen ermöglichen, so die Pressemitteilung.

Darüber hinaus soll dieser Dienst die Smartphone-App LifeWallet für Einwohner attraktiver machen. Die App unterstützt Ether (ETH), Bitcoin (BTC), ERC20-konforme Token und den firmeneigenen Token von Lifelabs namens Life.

Beide Parteien betonen, dass die Implementierung einer Blockchain-Zahlungsinfrastruktur - die auch Peer-to-Peer- und lokale Handelstransaktionen unterstützt - sicherstellen würde, dass die Bewohner im Falle einer humanitären Krise weiterhin Zugang zu grundlegenden Waren und Dienstleistungen haben.

Die Britischen Jungferninseln erlitten während des Hurrikans Irma im Jahr 2017 einen Schaden in Höhe von umgerechnet über 2,7 Mrd. Euro. Diese Summe ist das Dreifache ihres geschätzten BIP, der sich auf rund 889 Mio. Euro belaufen soll. Die Partner haben daher auch eine Krypto-Wohltätigkeitsplattform namens BVI/Life Rapid Response Cash Fund ins Leben gerufen. Das Ziel dieser Plattform ist es, Transparenz und Effizienz bei Spenden zu fördern und sicherzustellen, dass die Mittel tatsächlich auch die Bedürftigen erreichen.

Andrew Fahie, der Ministerpräsident und Finanzminister der Britischen Jungferninseln, sagte, dass Blockchain-Finanzinnovationen "zu einem entscheidenden Zeitpunkt für unser Volk und unsere Wirtschaft kommen. Es ist eine Zeit in der die jüngsten Naturkatastrophen weiterhin in unseren Köpfen und Herzen sind und der Druck, mehr wirtschaftliche Effizienz zu erzielen, immer weiter wächst".

Wie bereits berichtet, haben führende Weltorganisationen der Blockchain das Potenzial zugesprochen, eine viel gerechtere Verteilung von Hilfen und Spendengeldern zu fördern. Darunter etwa die Vereinten Nationen, die das Ethereum-Netzwerk im Jahr 2017 verwendet haben, um syrischen Flüchtlingen Hilfen zukommen zu lassen.

Weitere Initiativen aus der Branche sind etwa auch ein Krypto-Spendenkanal, der vom philanthropischem Arm von Binance namens  Binance Charity Foundation (BCF) ins Leben gerufen wurde. Außerdem gab es auch Wohltätigkeits-Partnerschaften, wie etwa die zwischen der Tron Foundation und BitPay. Sowohl Blockshow als auch die BCF haben kürzlich eine Fundraising-Kampagne gestartet, um Krypto-Spenden für den Wiederaufbau der Kathedrale Notre Dame zu sammeln. Die weltberühmte Sehenswürdigkeit geriet Anfang des Monats in Brand und wurde dabei fast zerstört.