Kalifornien: Polizei verhaftet "SIM-Swapper"

Die Polizei in Kalifornien hat einen mutmaßlichen Hacker verhaftet, der Bitcoin (BTC) im Gesamtwert von etwa 860.000 Euro durch die Kontrollübernahme von Handys gestohlen hat. Das geht aus einem Bericht des investigativen Cyberkriminalitäts-Blogs Krebs on Security vom Mittwoch, 22. August, hervor.

Laut einem von der Publikation zitierten Polizeibericht hat Xzavyer Narvaez, 19, "SIM Swapping" genutzt, eine Technik, die auch als "Port-Out-Betrug" bekannt ist, um mutmaßlich Kryptowährung von den Geräten der Opfer zu stehlen. Über einen Zeitraum von mehreren Jahren nutzten Narvaez und ein weiterer Verdächtiger, der bereits verhaftet wurde, das Geld, um etwa Luxus-Sportwagen zu kaufen.

Allein von März bis Juni 2018 verarbeitete das Konto von Narvaez über die Kryptowährungsbörse Bittrex 157 BTC (etwa 874.908 Euro). Der Polizeibericht bestätigt auch, dass der Krypto-Zahlungsverarbeiter BitPay von Narvaez beim Kauf eines 2018er McLaren von einem Autohaus in Südkalifornien verwendet wurde.

Laut dem von Krebs On Security wiedergegebenen Bericht hatte Narvaez bei mehreren Verbrechen das gleiche Gerät benutzt, was ihn laut der Publikation "letzten Endes verraten hat", da "im November 2017 über einen Zeitraum von zwei Wochen etwa 28 SIM-Swaps mit derselben Mitarbeiter-ID-Nummer durchgeführt wurden".

Weitere Untersuchungen von Vice ergaben, dass die SIM-Swapping-Unterwelt den 19-Jährigen als "einen der besten SIM-Swapper da draußen" betrachtete.

Nichtsdestotrotz hat Narvaez wegen seinen mutmaßlich unrechtmäßigen Kryptowährungsgewinnen keinen großen Hehl gemacht und postete Fotos von Autos, die er gekauft hatte, auf Instagram, wie Vice berichtet.

Anfang August hat ein US-Investor eine Klage in Höhe von umgerechnet 194 Mio. Euro gegen den Telekommunikationsriesen AT&T wegen mutmaßlicher Fahrlässigkeit eingereicht und behauptet, dass ihm umgerechnet etwa 21 Mio. Euro in Kryptowährung durch einen "digitalen Identitätsdiebstahl" von seinem Mobilfunkkonto gestohlen wurden.

Diese Szenen spielen sich ab, während die Haltung der US-Strafverfolgungsbehörden nuancierter in Bezug auf die Verwendung von Kryptowährung durch böswillige Parteien geworden ist.

In einem Interview mit Bloomberg Anfang des Monats sagte Lilia Infante, eine Agentin, die bei der Investigativen Cyber-Task-Force des US-Drogendezernats DEA arbeitet, dass sie hoffe, dass kriminelle Kreise Kryptowährungen weiterhin bevorzugen:

"Die Blockchain gibt uns eine Menge Werkzeuge an die Hand, um Menschen zu identifizieren. Ich will eigentlich, dass sie weiterhin Kryptowährungen benutzen.

Im Polizeibericht heißt es, dass die Ermittler die Bitcoin-Blockchain benutzt hätten, um "den Fluss der für den Kauf des McLaren verwendeten Bitcoins auf eine Adresse zurückzuverfolgen, die der Kryptowährungsbörse Bittrex zugeschrieben wurde". Außerdem heißt es, dass "BitPay Aufzeichnungen zur Verfügung stellte, die die Bitcoin-Transaktionen identifizierten, in denen die Fahrzeuge gekauft wurden".

Gleichzeitig berichtete das DEA, dass der Prozentsatz der Verbrechen, an denen Bitcoin beteiligt war, seit 2013 drastisch zurückgegangen sei.