QuadrigaCX: Kanadisches Gericht ernennt Anwälte der geschädigten Nutzer

Der Oberste Gerichtshof der kanadischen Provinz Nova Scotia hat die Anwaltskanzleien Millter Thomson und Cox & Palmer damit beauftragt, die geschädigten Nutzer im Falle der Kryptobörse QuadrigaCX zu vertreten. Die entsprechende Entscheidung wurde am 19. Februar in einer offiziellen Anordnung bekanntgemacht.

Am Dienstag hat Richter Michael Wood entschieden, dass Miller Thomson sowie Cox & Palmer die Prozessführung für die geschädigten Kläger übernehmen sollen, die Ansprüche an Quadriga stellen.

Zu ihren Hauptaufgaben gehören im Zuge dessen, „Kommunikation mit den Nutzern herzustellen, Bindeglied zum unabhängigen Prüfer Ernst & Young zu sein, die Interessen der Kläger im Rahmen des Verfahrens zu vertreten, potenzielle Interessenskonflikte unter den Nutzern abzuwägen sowie die Anonymität der Nutzer zu gewährleisten.“

In seiner Anordnung weist Wood explizit darauf hin, dass das Verfahren effizient und kostensparend abgehandelt werden soll, dementsprechend sollen die Anwälte nicht versuchen, unnötige Prozesskosten zu verursachen, um sich an dem hohen Streitwert zu bereichern. Dahingehend erklärt er:

„Die Anwälte der Klägerseite können den Prozess für alle Beteiligten kosteneffizienter gestalten, indem sie klare Mechanismen zur Kommunikation mit den Geschädigten herstellen, außerdem gilt es zu vermeiden, dass eine Vielzahl verschiedener Forderungen im Raum steht.“

Die nächste Anhörung ist für den 5. März 2019 geplant, allerdings fordert Richter Wood in seiner Anordnung dazu auf, dass „die Anwälte der Klägerseite, der unabhängige Prüfer und die Vertretung der Beklagten (die Quadriga) zu einer Einigung bezüglich der vorliegenden Anordnung kommen, so dass die entsprechenden Ergebnisse dem Gericht vorgelegt werden können.“

Die Entscheidung von Wood folgt einer Anhörung vom 14. Februar, in der der Oberste Gerichtshof von Nova Scotia mehr als „ein Dutzend“ Anwälte versammelt hatte, die als Repräsentanten der 115.000 geschädigten Nutzer auftreten wollten. Insgesamt geht es bei dem Prozess um einen Streitwert von 195 Mio. US-Dollar, den die QuadrigaCX seinen Kunden schulden soll.

Am 13. Februar berichtete Cointelegraph, dass die Wirtschaftsprüfung Ernst & Young, die in dem Fall als unabhängiger Prüfer eingesetzt wurde, einen Bericht vorgelegt hat, in dem es heißt, dass die Quadriga „am 6. Februar 2019 versehentlich 103 weitere Bitcoins in die unzugänglichen Cold-Wallets transferiert hat, was einem zusätzlichen Schaden von 468.675 US-Dollar entspricht.“ Die entsprechenden Cold-Wallets sind für die QuadrigaCX unzugänglich, seit Firmengründer Gerald Cotten vor kurzem plötzlich verstorben ist. Cotten soll im alleinigen Besitz der nötigen Zugangsdaten gewesen sein.