Chinesische Aufsichtsbehörden ermitteln gegen Krypto-basierte Fitness-App

Eine Krypto-basierte Fitness-App ist zum Gegenstand der Untersuchungen von chinesischen Aufsichtsbehörden geworden, da das dahinterstehende Unternehmen Finanzbetrug und illegale Kapitalbeschaffung betrieben haben soll.

Dies berichtet die Nikkei Asian Review am 18. Dezember unter Berufung auf Dokumente, die die angehörige Zeitung KrASIA einsehen konnte.

Angaben der Fitness-App sind fragwürdig

Laut Bericht hat die Finanzmarktaufsicht aus Changsha, der Hauptstadt der Provinz Hunan, die entsprechenden Untersuchungen gegen die Fitness-App eingeleitet, die ihren Nutzern selbstbenannte „Krypto-Bonbons“ als Anreiz für Fitnessaktivitäten versprochen hatte.

Sollten die Nutzer zum Beispiel 4.000 Schritte in 45 Tagen machen, dann würden die Nutzer hierfür 15 „Bonbons“ gutgeschrieben bekommen, die sie dann gegen eine Geldbelohnung oder gegen weitere Funktionen in der App eintauschen können, wobei letzteres die Chance auf noch mehr Belohnungen bietet.

In diesem Zusammenhang wurden die Bonbons als eine Art Finanzinstrument beworben, die in nur 60 Tagen einen Gewinn von 36,8% einbringen sollten. Außerdem wurden Nutzer dazu angeregt, weitere Nutzer zu werben, um dadurch zusätzliches Guthaben zu verdienen. Nach eigener Aussage hatte es die App namens Qubu im Dezember bereits auf eine Nutzerzahl von 95 Mio. geschafft.

Die Nikkei stellt diese Zahlen jedoch in Frage, da in diesem Fall jeder zehnte chinesische Smartphone-Besitzer bei der App registriert sein müsste, was unwahrscheinlich ist.

Die Bearbeitungsgebühren für den Handel der App internen Kryptowährungen soll zwischen 25 – 50% der jeweiligen Transaktion gelegen haben.

Ein Nutzer gab gegenüber der KrASIA an, dass er 2.150 US-Dollar auf Qubu investiert und, gemäß dem Versprechen der App, auf einen hohen Gewinn gehofft habe, durch die Untersuchung der Aufsichtsbehörde wäre diese Investition aber nun in Gefahr.

Qubu hat seinen Sitz mittlerweile von Changsha nach Chongqing verlegt, wie das Unternehmen selbst angibt, um damit womöglich dem Zugriff der Aufsichtsbehörden von Hunan zu entgehen.

Peking setzt harte Linie fort

Nachdem Chinas Präsident im Oktober lobende Worte für die Blockchain-Technologie hatte, was im Anschluss einen kleineren Hype auslöste, mahnten die Staatsmedien die Öffentlichkeit dazu „rational“ zu bleiben und nicht in spekulatives Krypto-Trading zu verfallen.

Wahrscheinlich, um ein Zeichen zu setzen, hatten die chinesischen Aufsichtsbehörden zuletzt den Druck auf Krypto-Unternehmen erhöht, weshalb mindestens fünf chinesische Kryptobörse ihre Pforten mittlerweile geschlossen haben. Beobachter sprechen von dem „größten Schlag“ gegen die Kryptobranche seit Peking im September 2017 versucht hatte, diese gänzlich abzuschaffen.