China: 5 Kryptobörsen schließen nach Regierungsschlag gegen die Branche

Mindestens fünf chinesische Kryptobörsen haben ihre Pforten geschlossen, nachdem die dortigen Aufsichtsbehörden ihr Vorgehen gegen die Kryptobranche zuletzt intensiviert hat.

So hat Kryptobörse Bitsoda am 23. November mitgeteilt, dass sie ihren Betrieb bald einstellen wird, während sich die Akdex am 24. November zu einem ähnlichen Schritt entschieden hat.

Die Kryptobörse Idax hat am 24. November ebenfalls bekanntgegeben, dass sie ihren Service zumindest für chinesische Kunden einstellt, wobei sie die politischen Entscheidungen aus Peking als Hauptursache dafür angab.

Auch die Btuex hat bei ihrer vorübergehenden Schließung vom 25. November explizit angeführt, dass Chinas momentane Krypto-Politik dafür verantwortlich zu machen ist. Dementsprechend beabsichtigt die Kryptobörse eine baldige Neueröffnung für ausländische Kunden. 

Die Kryptobörse Biss wurde derweil am 4. November regelrecht dazu gezwungen, ihren Betrieb einzustellen. So soll das Unternehmen gegen geltendes chinesisches Kapitalmarktrecht verstoßen haben, weshalb 10 Mitarbeiter der Kryptobörse zunächst festgenommen wurden. Wie die Biss angibt, arbeitet sie jedoch aktiv mit den Aufsichtsbehörden zusammen, um die Situation aufzuklären.

Blockchain Ja, Bitcoin Nein

Wie Bloomberg diese Woche berichtet, handelt es sich bei den momentanen Anti-Krypto-Bemühungen der chinesischen Aufsichtsbehörden um „den größten Schlag gegen die Branche“ seit dem großen Generalverbot im September 2017.

Laut Daten der Blockchain-Forscher von Chainanalysis sollen sich 20 der Top-50 Kryptobörsen im asiatischen Raum befinden. Die Region soll allein 40% aller Bitcoin-Transaktionen im Jahr 2019 abgewickelt haben. Der Großteil der asiatischen Kryptobörsen sitzt wiederum in China, was die behördlichen Bemühungen gegen die dortige Branche umso bedeutungsvoller macht.

Das neuerliche strenge Vorgehen von Peking gegen die Kryptobranche soll die mit Krypto-Trading einhergehende Spekulation unterbinden, da das Interesse an der Branche wieder hochgekocht war, nachdem Präsident Xi Jinping sich im Oktober positiv zur Blockchain-Technologie, also der Technologie, auf der auch Kryptowährungen beruhen, geäußert hatte. Die staatlichen Medien hatten im Nachhinein bereits versucht, einen etwaigen „Hype“ herunterzuspielen.

Peking will Kontrolle über Krypto erlangen

Katie Talati, die Forschungsleiterin der in Los Angeles ansässigen Vermögensverwaltung Arca, schätzt die Lage derweil wie folgt ein:

„Es scheint, dass China sich, wie bei allen anderen Themen innerhalb des Landes, einen stärkeren Zugriff auf die Kryptobranche aufbauen will, darunter fallen Kryptobörsen, Mining-Unternehmen und die Herausgeber von Kryptowährungen.“

Nichtsdestotrotz sieht Talati positiv, dass Peking mit seinem verstärkten Vorgehen dafür sorgt, das sich eine immer klarere Gesetzeslage für die heimische Kryptobörse herausgestaltet.

Die chinesische Krypto-Community scheint allerdings beunruhigt. Wie Bloomberg berichtet, hat die Wallet-App Imtoken zum Beispiel eine Verdoppelung ihrer Tether (USDT) Transaktionen festgestellt, nachdem Chinas Aufsichtsbehörden erneute Warnungen ausgesprochen hatten. Der Stablecoin Tether ist ein Vehikel, um von Fiatwährungen auf Digitalwährungen zu wechseln. Es lässt sich also vermuten, dass die chinesischen Krypto-Nutzer aus Angst bereits in Tether flüchten.

Das Konto der großen Kryptobörsen Binance auf der chinesischen Social-Media Plattform Weibo wurde derweil gesperrt. Auch das Konto der Tron Foundation, der Organisation hinter der elftgrößten Kryptowährung namens Tron (TRX), wurde vorübergehend blockiert.

Wie Cointelegraph heute berichtet hat, hat die Kryptobörse IDAX nun ihre Aus- und Einzahlungen abgeschaltet, da ihr Geschäftsführer plötzlich verschwunden ist.

Nachdem die Handelsplattform jüngst angekündigt hatte, dass sie sich vom chinesischen Mark zurückziehen will, gab es einen regelrechten Run auf Auszahlungen. Hinzu kommt, dass Geschäftsführer Lei Guorong momentan nicht auffindbar ist, weshalb die Kryptobörse aus Sicherheitsgründen zunächst keine weiteren Auszahlungen mehr zulässt.