Kanadischer Kryptowährungsumtausch QuadrigaCX wird Berichten zufolge nicht durch die Finanzaufsichtsbehörde British Columbia Securities Commission (BCSC) reguliert, berichtete Reuters am 7. Februar.

Die Kryptobörse QuadrigaCX mit Sitz in Vancouver wurde 2013 gegründet und ist angeblich die erste in Kanada, die vom Financial Transactions and Reports Analysis Center (FINTRAC) lizenziert wurde.

Laut Reuters war der BCSC seit 2017 auf Quadriga aufmerksam. Die Börse war jedoch nicht reguliert, da angeblich keine Anzeichen dafür vorliegen, dass Quadriga Wertpapiere oder Derivate gehandelt hat oder allgemein als Börse gehandelt hat. "Daher reguliert BCSC dies nicht", sagte ein Sprecher der BCSC, Brian Kladko, Berichten zufolge gegenüber Reuters.

Anfang Februar —  nach dem plötzlichen Tod des 30-jährigen Gründers Gerald Cotten — wurde berichtet, dass QuadrigaCX digitale Vermögenswerte in Höhe von 140 Millionen Euro vermisst.

QuadrigaCX konnte nicht auf seine Cold-Walletszugreifen, in denen die Börse die meisten Vermögenswerte aufbewahrte, da Cotten für die Wallets und die entsprechenden Schlüssel allein verantwortlich war. Kürzlich kamen die Neuigkeiten ans Licht, dass Cotten zwölf Tage vor seinem Tod ein Testament eingereicht hatte, in dem er seine Frau Jennifer Robertson als einzigen Begünstigten erwähnte.

Cottens Tod löste Kontroversen in der Kryptogemeinschaft aus. Einige Kunden behaupteten, er habe seinen Tod vorgetäuscht, um ihr Vermögen zu stehlen. Später wurde jedoch eine Sterbeurkunde enthüllt, die von der Direktion für Wirtschaft und Statistik der Regierung von Rajasthan ausgestellt wurde. Darin heißt es, dass Gerald William Cotten am 9. Dezember starb.

Als Antwort auf die Anschuldigungen der Kunden erklärte Robertson Berichten zufolge in einer eidesstattlichen Erklärung: Ich kenne das Passwort oder den Wiederherstellungsschlüssel nicht. Trotz wiederholter und sorgfältiger Suche konnte ich sie nirgends aufgeschrieben finden." Sie sagte auch, dass "Drohungen gegen sie gemacht wurden."

Im vergangenen Jahr hatte Quadriga Schwierigkeiten beim Zugang zu 19 Millionen Euro, als die Canadian Imperial Bank of Commerce (CIBC) fünf Konten des Zahlungsabwicklers Costodian Inc. der Börse und ihres Inhabers Jose Reyes einfrierte. Die Bank hat angeblich die Konten gesperrt, weil die Eigentümer der Gelder nicht identifiziert werden konnten.

Der Richter Glenn Hainey vom Obersten Gericht von Ontario entschied daraufhin zugunsten der Bank und stimmte zu, dass der Eigentümer der Gelder nicht eindeutig festgestellt wurde. Nach dem Urteil musste CIBC das Geld dann an den Buchhalter des Obersten Gerichts weiterleiten, damit das Gericht den Eigentümer identifizieren konnte.

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