Die große Kryptowährungsbörse Bitfinex und ihr Ableger Ethfinex haben eine neue Initial Exchange Offering (IEO)-Plattform namens Tokinex eröffnet. Das wurde in einer Pressemitteilung am 21. Mai bekanntgegeben, die Cointelegraph vorliegt.
Wie berichtet, sind IEOs kürzlich als alternatives Modell von Token Offerings aufgekommen, bei dem eine zentralisierte Kryptobörse als eine Art Emissionsbank fungiert. Die Börse betreibt nicht nur den Verkauf, sondern soll auch die Projekte selbst und potenzielle Investoren prüfen.
Tokinex soll bei jedem Verkauf der auf der Plattform gehosteten IEOs Identitätsprüfungen über die mobile Blockpass-App durchführen. In der Pressemitteilung heißt es, dass Tokinex nach Abschluss des Token-Verkaufs keine personenbezogenen Daten speichere.
Bitfinex- und Ethfinex-Nutzer sollen mit dem Geld aus ihren persönlichen Börsen-Wallets an den Verkäufen teilnehmen können. Die Plattform verspricht dabei Transparenz und will ihrer Sorgfaltspflicht angemessen nachkommen - potenzielle Investoren sollen dabei bei den IEOs unabhängige Informationen von Drittanbietern zu jedem Projekt erhalten.
Der Pressemitteilung zufolge plant Tokinex nicht, für die Listung ihrer Token Gebühren von Token-Emittenten zu verlangen. Die Plattform plant, die Token nach dem Verkauf sowohl auf Bitfinex als auch auf Ethfinex zu listen.
Der erste Token-Verkauf, der für die Plattform vorgesehen ist, soll am 23. Mai bekanntgegeben werden. Die Kundenüberprüfungen über BlockPass sollen ebenfalls am selben Tag beginnen. Während das ausgewählte Token-Projekt noch nicht bekannt gegeben wurde, ist der Verkaufstermin für den derzeit für den 13. Juni um 13:00 Uhr GMT+1 geplant, so die Pressemitteilung.
Wie kürzlich berichtet, hat Bitfinex kürzlich seinen firmeneigenen Börsen-Nutzungs-Token namens "UNUS SED LEO" vorgestellt. Dieser ist für eine Reihe von Börsen-Aktivitäten vorgesehen und kann gegen Tether (USDT), Bitcoin , Ether , USD und EOS gehandelt werden.
Ende April kamen erstmals die Pläne zur Ausgabe eines firmeneigenen Bitfinex-Token auf. Die Börse soll dabei umgerechnet rund 895 Mio. Euro in harten und weichen Verpflichtungen für den Token in einem privaten IEO aufgebracht haben. Das machte ein öffentliches Offering überflüssig.
Die Börse war zuletzt im Mittelpunkt einer Kontroverse. Dabei hat die New Yorker Staatsanwaltschaft Bitfinex kürzlich vorgeworfen, Nutzergelder in Höhe von umgerechnet rund 756 Mio. Euro verloren zu haben und den Verlust anschließend heimlich mit Finanzmitteln von Tether gedeckt zu haben. Tether selbst wurde ebenfalls wieder kritisiert, weil die Coins nur zu 74 Prozent durch US-Dollar-Reserven gedeckt seien.
Die Angeklagten Parteien haben diese Vorwürfe dementiert und kürzlich Änderungen an der Unterlassungsanordnung der New Yorker Staatsanwaltschaft erwirkt.
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