Das Unternehmen hinter dem US-Dollar Stablecoin Tether (USDT) kann mit seinem Vermögen lediglich drei Viertel der momentanen Umlaufmenge abdecken, wie die Anwälte der Firma am 30. April offiziell bestätigt haben.
Im Zuge eines andauernden Rechtsstreits, der von der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft angeschoben wurde, hat Anwältin Zoe Phillips von der Kanzlei Morgan Lewis bekanntgegeben, dass 74% von Tether durch entsprechende Reserven in US-Dollar abgesichert sind.
Damit ist klar, dass das Unternehmen seine eigenen Versprechen nicht einhalten kann, die Geschäftsführung von Tether hatte zuvor wiederholt behauptet, dass jeder einzelne USDT-Token vollständig durch eine Fiat-Währung abgedeckt ist. Ein Auszug aus den Bankunterlagen der Firma hatte noch im vergangenen Dezember vermuten lassen, dass die Behauptungen wahr sind.
„Wir können bestätigen, dass die Reserven von Tether, in Form von Bargeld oder Bargeld-ähnlichen Vermögenswerten (Forderungen ausgenommen), ungefähr 74% der im Umlauf befindlichen Menge ausmachen“, wie Phillips nun allerdings schreibt.
Der oben genannte Rechtsstreit, in dem sich das Unternehmen befindet, wurde durch Gerüchte um die Kryptobörse Bitfinex ausgelöst. Da die Kryptobörse denselben Geschäftsführer wie Tether hat, kamen Stimmen auf, die nahelegten, dass die Handelsplattform auf Gelder des Stablecoins zurückgreifen würde, um damit die heftigen Verluste aus dem Vorjahr zu kompensieren.
Sowohl Bitfinex als auch Tether bemühen sich intensiv, derartige Anschuldigungen zurückzuweisen. Beide Unternehmen waren zuvor schon ob ihrer mangelnden Transparenz in die Kritik geraten.
So hieß es zuletzt gar, dass Bitfinex insolvent sei, was von offizieller Seite jedoch bestritten wird.
Anwältin Phillips bewertet die Abdeckung von Tether nicht als problematisch, allerdings ist ihre Wortwahl gegensätzlich zu den vorherigen Aussagen des Unternehmens, dass sich selbst als Antithese zu sogenannten Teilreserve-Systemen positioniert hatte.
„Diese Form der Teilreserve ist auch bei den meisten Banken üblich. Es gibt keine Bank, die mehr als einen Bruchteil der eingelagerten Sparvermögen in Bargeld abgedeckt hat“, wie Phillips dahingehend erklärt. Und weiter:
„Der Markt hat immer noch vollstes Vertrauen in Tether, was daran zu erkennen ist, dass der momentane Kurswert nur knapp unter 1 US-Dollar liegt und das trotz der fälschlichen Anschuldigungen durch die Generalstaatsanwaltschaft. Alle Behauptungen, dass Tether-Anleger einer mangelnden Liquidität ausgesetzt sind, sind pure Spekulation.“
Laut einer Versicherung an Eides statt, die von Stuart Hoegner, dem Rechtsberater von Bitfinex und Tether, abgegeben wurde, ist der Wert von 74% wahrheitsgemäß.
Wie Cointelegraph zuvor berichtet hatte, überlegt Bitfinex ein sogenanntes Initial Exchange Offering (IEO) abzuhalten, um neues Investitionskapital einzusammeln.
Melde dich bei unseren Sozialen Medien an, um nichts zu verpassen: X, YouTube, Instagram und Telegram – aktuelle Nachrichten, Analysen, Expertenmeinungen und Interviews mit Fokus auf die DACH-Region.