Deutsches Fintech-Startup Centrifuge bekommt Millionen-Unterstützung von der EU und Berlin

Das Berliner Fintech-Startup Centrifuge hat von der öffentlichen Investitionsbank Berlin und dem European Regional Development Fund (ERDF) Fördergeld zur Weiterentwicklung seiner Finanzmarktplattform bekommen. Dies teilte das Unternehmen am 16. September in einem Blogbeitrag mit.

Bei dem durch die beiden Geldgeber gemeinsam aufgesetzten Programm bekommt Centrifuge 400.000 Euro als Fördergeld und zusätzlich eine Million Euro als Darlehen ausbezahlt. Mit dem Geld will das Fintech-Startup eine eigene Blockchain namens Centrifuge Chain entwickeln, welche später die bislang genutzte Ethereum-Blockchain ablösen soll.

Ethereum-Blockchain nicht leistungsfähig genug

Wie das Unternehmen schreibt, ist die Ethereum-Blockchain aufgrund von Skalierungsproblemen für das angestrebte Wachstum nicht leistungsfähig genug:

“Selbst mit den derzeit geplanten und kommenden Upgrades von Ethereum wird die Leistung nicht mit dem Wachstum von Centrifuge auf Millionen von Benutzern und Billionen von Transaktionen Schritt halten können. Schon heute spüren unsere Anwender die Grenzen der Ethereum-Blockchain in Bezug auf Geschwindigkeit, Durchsatz und Kosten und beschränken die Verwendung von Centrifuge OS auf sehr spezifische Arten von Produktlinien, Dienstleistungen und Transaktionen.”

Wie Centrifuge weiter erläutert, seien auf Ethereum bislang die Privatsphäre erhaltende Funktionen “noch nicht ausreichend verfügbar, was die Einsatzmöglichkeiten von Unternehmen und Organisationen” zusätzlich einschränke.

Deutscher Fintech-Sektor adaptiert Blockchain

Centrifuge betreibt aktuell Centrifuge OS als Ökosystem für Finanzmarktakteure sowie seine Tinlake-Plattform, über die Darlehen gegen nicht vertretbare Vermögenswerte wie Rechnungen, Lizenzgebühren oder Kunstwerke gezeichnet werden können.

Viele deutsche Fintechs konzentrieren sich aktuell auf den stark wachsenden Bereich digitaler Wertpapiere und Security Token Offerings (STO), wie etwa Cashlink, die Fundament Group oder Bitbond. Aber auch in den klassischen Finanzmarkt finden Krypto-Innovationen mittlerweile Einzug, wie etwa durch die seit Juni verfügbaren Börsen-Zertifikate für die Kryptowährungen Bitcoin, Ether und Ripple.