Deutsche Bank will strengere Regulierung von Bitcoin und Co.

In einem Gastbeitrag im Handelsblatt am Mittwoch, den 4. April, hat der der weltweite Leiter der Abteilung gegen Finanzkriminalität der Deutschen Bank, Philippe Vollot, strengere Vorschriften für Kryptowährungen wie Bitcoin gefordert. Diese würden aktuell nicht der gleichen Regulierung und den gleichen Kontrollen wie traditionelle Zahlungsmodelle unterliegen, was einen nahezu anonymen weltweiten Transfer auch hoher Geldsummen ermögliche.

Regierungen und Aufsichtsbehörden sollten sich intensiv mit dem Problem "auseinandersetzen und sicherstellen, dass für Kryptowährungen die gleichen Regeln zum Schutz vor Finanzkriminalität gelten wie für traditionelle Zahlungslösungen", forderte Vollot. Auch Roboter-Technologien und Künstliche Intelligenz sollten dafür eingesetzt werden, verdächtigen Transaktionen auf die Schliche zu kommen.

Er mahnte zudem eine weltweite Kooperation von Banken, Regierungen, Aufsehern und Strafverfolgungsbehörden an, um organisiertes Verbrechen zu bekämpfen.

"Ihr Ziel ist es, kriminell erwirtschaftetes Geld unbemerkt in den legalen Wirtschaftskreislauf einzuschleusen. Den Vereinten Nationen zufolge beträgt der Anteil von Geldwäsche bis zu fünf Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts. Zudem entstehen durch illegale Finanztransaktionen wie Korruption, Bestechung, Diebstahl und Steuerhinterziehung in den Entwicklungsländern Schäden von 1,26 Billionen US-Dollar pro Jahr. Das zeigt, wie ernst die Lage ist. Das schadet nicht nur dem Finanzsystem, sondern auch der Gesellschaft."

In Bezug auf sein eigenes Unternehmen gab sich der Banker selbstkritisch. Auch bei der Deutschen Bank habe es in der Vergangenheit Schwachstellen "infolge unzureichender Systeme und Kontrollen" gegeben. Die Deutsche Bank habe ihre Systeme aber inzwischen erheblich gestärkt.

In den letzten Monaten haben die Rufe nach einer verstärkten Regulierung des gesamten Krypto-Bereichs stark zugenommen und einige Länder haben bereits Verbote oder strenge Kontrollen erlassen. In Japan haben im Rahmen einer Umgestaltung des Kryptosektors durch die Finanzmarktaufsicht zwei Krypto-Börsen ihre Schließung bekannt gegeben. Südkorea will bis Juni einen Besteuerungsrahmen für Kryptowährungen veröffentlichen.

In Deutschland hält sich die Politik bislang zurück und will zusammen mit EU-Partnern grundlegende Konzepte erarbeiten. Die geht mit Stimmen aus der Deutschen Zentralbank einher, die einen internationalen Regulierungsansatz fordert.

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