Aktienmarkt gegen Kryptomarkt: Wochenrückblick

Die Ansichten und Meinungen, die hier aufgeführt werden, sind ausschließlich die der Autoren/Mitwirkenden und spiegeln nicht zwangsläufig auch die Ansichten von Cointelegraph.com wieder. Jeder Investment- und Handelszug birgt ein Risiko und man sollte gut recherchieren, bevor man eine Entscheidung trifft.

Die Marktdaten stammen vom HitBTC Börsenmarkt .

Starker Verkauf auf dem Aktienmarkt

Die Aktienmärkte weltweit wurden letzte Woche hart getroffen, da mit dem Anstieg der Rentenrendite auch die Inflationsangst und die Sorge über höhere Zinsraten immer stärker wurden. Jeder der sieben unten aufgeführten Indexe ist diese Woche gesunken (29. Januar - 4. Februar).

In den USA ist der S&P 500 Index diese Woche um 3,9 Prozent gefallen und hat mit 2.762 geschlossen. Das ist der tiefste Fall innerhalb einer Woche seit zwei Jahren. Angesichts des starken Starts in das neue Jahr ist der S&P jedoch seit Jahresbeginn um 3,3 Prozent gestiegen. Der Index hat im Januar einen großen Sprung um 5,6 Prozent gemacht; der höchste Jahresstart seit 1997.

Einen härteren Schlag hat der deutsche Markt abbekommen. Der DAX gab diese Woche um 4,2 Prozent nach und schloss bei 12.785; die schlechteste Woche seit fast zwei Jahren. Eine Bärenstimmung kam teilweise durch die höheren Renditen auf deutsche Anleihen auf. Diese sind auf Zweijahreshoch gestiegen, während die Verluste der Deutschen Bank Berichten zufolge höher waren, als vom Markt erwartet.

Die japanische Aktie Nikkei hat die beste Leistung abgeliefert. Sie ist um 1,5 Prozent gesunken und hat mit 23.632 geschlossen. Die Bank von Japan hat in den Markt eingegriffen, um steigenden Rentenrenditen Einhalt zu gebieten. Der Hang Seng Index von Hong Kong ist dicht hinter Japan. Er ist um 1,7 Prozent gesunken und hat mit 32.602 geschlossen. Der Hang Seng Index bleibt mit seinem Zuwachs von 9,0 Prozent seit Jahresbeginn ein Top-Perfomer.

Börsenmarkt

BSE 30 Sensex: Eindeutige Bärenanzeichen

Das Bärenverhalten von letzter Woche deutet auf einen weiteren Rückgang des BSE 30 Sensex hin. Er hat ein fast perfektes ABCD-Muster bei der Fibonacci-Erweiterung von 161,8 Prozent des ersten Legs weg vom Februar-Tief von 2016 (A nach B) hingelegt. Ein umschließendes Bärenmuster war auf dem Wochendiagramm zu sehen. Die Eröffnung letzte Woche lag höher als der Schluss der Woche davor. Dieser Schluss lag wiederum niedriger als der Schluss der Woche davor. Das Hoch von 36.443,98 von letzter Woche hat das Hoch der vorhergehenden Woche nur minimal übertroffen. Dann hat der Verkaufsdruck doch überwogen und den Index unter das Tief der vorhergehenden Woche gedrückt. Damit endete die Woche mit 35.006,41. Der Sensex hat mit 35.066,75 geschlossen und ist damit um 2,7 Prozent gesunken.

Die erste potenzielle Support-Zone liegt etwa ganz oben auf dem Konsolidierungskreis von etwa 33.865, diese ist dicht gefolgt von einer vorhergehenden, niedrigeren Support- und Resistance-Zone von etwa 32.686 bis 32.565.

NVY0

Hang Seng Index: Zeit für eine Pause

Der Hang Seng Index hatte in letzter Zeit einen guten Lauf. Er ist um bis zu 19 Prozent im Vergleich zum Tief von Anfang Dezember gestiegen. Damit hat er letzte Woche einen Höchstwert von 33.484,1 erreicht. Letzte Woche ist der Index das erste Mal in diesem achtwöchigen Lauf gefallen. Der Fall um 1,7 Prozent und der Schluss mit 2.601,8 deuten auf eine wahrscheinliche Änderung im durchgehenden Aufstiegsmuster hin.

HSI

Im Allgemeinen ist der Hang Seng ziemlich stark. Er ist vor drei Wochen über seinen Höchstwert von 31.958,4 aus dem Jahr 2007 durchgebrochen. Gleichzeitig ist er auch über die obere Grenze eines mehrmonatigen Aufstiegstrendkanals gebrochen. Beides zeugt von Stärke. Dennoch sieht es so aus, als ob er in der nächsten Zeit eine Pause macht, auch wenn diese nicht sehr lange dauert. Da ist zum einen ein Wechsel seines Musters von durchgehenden Aufstiegen und dann auch noch der 14-Wochen-RSI. Dieser Impuls-Anzeiger war mit einem Höchstwert von 82,75 vor zwei Wochen der am meisten überkaufte seit dem Rekordhoch aus dem Jahr 2007. Weiterhin fließen kurz vor dem aktuellen oberen Ende zwei harmonische Verhältnisse zusammen, die von vorhergehenden Schwüngen stammen.

Kryptowährungen: Allgemeiner Sinkflug

Kryptowährungen haben eine harte Woche hinter sich, so wie es schon bei allen seit Anfang des Jahres ist. Von 211 Kryptowährungen konnten nur vier Zuwachse verbuchen. Die acht unten genannten Kryptowährungen sind zwischen etwas mehr als 10 und bis zu 26 Prozent gesunken.

Die Bärenstimmung kam durch das Zusammenspiel von mehreren Faktoren auf. Beispiele dafür sind:

  • Sorgen über strengere Regulierungen
  • Indien kündigt Pläne für strengere Regulierung an.
  • Großbanken, wie zum Beispiel Citigroup, JPMorgan und die Bank of America, haben den Kauf von Kryptowährung mit ihren Kreditkarten verboten.
  • Facebook hat Werbeanzeigen für Kryptowährungen und ICOs verboten.
  • Prämien für Bitcoin sinken in Südkorea.
  • Japanische Behörden ermitteln vor Ort bei Coincheck, nachdem ein Diebstahl von NEM-Coins im Wert von fast 401 Mio. Euro.

Dennoch formten sich am 2. Februar am Freitag bei einer Reihe von Coins die klassischen Hammerkerzen der Bullen. Am Samstag, dem 3. Februar, ging der Starke Aufstieg dann mit Kursen über den Höchstwerten vom Freitag weiter. Der Hammer ist ein Umkehrmuster, dass innerhalb eines Tages stattfindet und sehr zuverlässig ist. Darauf folgt ein drastischer und langgezogener Rückgang, wie wir es schon bei den meisten Kryptowährungen in letzter Zeit gesehen haben.

Wie bereits letzte Woche in dieser Kolumne erwähnt, zeigte sich Ethereum vor zwei Wochen relativ stark im Vergleich zu anderen Kryptowährungen. Diese relative Stärke war auch letzte Woche spürbar, da der ETH im Vergleich zu den anderen lediglich um die Hälfte gesunken ist. Er konnte den niedrigsten Rückgang mit 11,8 Prozent verzeichnen. Der Bitcoin ist um 20,3 Prozent gefallen, dicht gefolgt vom IOTA mit 23,5 Prozent Minus und dann der Dash mit einem Fall um 23,9 Prozent.

Verlauf

Dash: Bullisches Umschwungssignal an der Support-Zone.

Obwohl der Dash (DASH/USD) letzte Woche kurzzeitig unter seine langfristige, aufsteigende Trendlinie gebrochen ist, hat er sich schnell erholt und eine bullische Hammerkerze gebildet. Die Bestätigung, dass Bullen die Führung übernehmen, erhielten wir am Samstag. An diesem Tag ist die Kryptowährung über den Höchstwert des Hammermusters gestiegen. Bei seinem Tiefstwert von 344 Euro war er so überkauft wie zuletzt vor einem Jahr. Das geht aus dem 14-Tages-RSI hervor.

DASH

Bitcoin Cash: Wendekerze

Der Bitcoin Cash (BCH/USD) bildete am Freitag ebenfalls eine bullische Hammerkerze und konnte am Samstag durch das obere Ende hindurchbrechen. Der Support lag etwa beim gleichen Level wie der vorherige Support und Resistance. Es wurde ein Tiefstwert von etwa 754,58 Euro erreicht. Die Chancen für einen Aufstieg stehen im Moment gut. Das bedeutet aber nicht, dass der BCH steil nach oben schießt. Kurzzeitige Schwächen sollten ausgenutzt werden, um bei niedrigen Kursen einzusteigen, wenn diese Kryptowährung einen Boden entwickelt. Die Chance auf höhere Preise steigt mit einem klaren Durchbruch über die interne fallende Trendlinie. Dennoch sollten wir Vorsicht aufgrund der Schwankungen walten lassen. Und aufgrund der Tatsache, dass ein Durchbruch über die Trendlinie kein zuverlässiger Indikator ist, wenn man sich keine weiteren Bestätigungen einholt.

BCH

Die Marktdaten stammen vom HitBTC Börsenmarkt; die Diagramme für die Analyse stammen von TradingView.