Ex-Programmierer von Zahlungsdienstleister Qiwi nutzte Firmen-Equipment um 500.000 Bitcoins zu minen

Sergey Solonin, Geschäftsführer des russischen Zahlungsdienstleisters Qiwi, gibt an, dass ein ehemaliger Mitarbeiter der Firma deren Zahlungs-Terminals missbraucht hat, um damit in 2011 Bitcoincs zu „minen“ (schürfen). Der Programmierer, der von Solonin nicht identifiziert wurde, konnte insgesamt 500.000 Bitcoins erwirtschaften, wie das Online-Portal Meduza am 25. Juli berichtete.

Während einer Rede an der Moscow Advanced Communications School (MACS) sagte Sergey Solonin, dass ein ehemaliger Programmierer von Qiwi die eigenen Zahlungs-Terminals genutzt hat, um damit Mining von Kryptowährungen zu betreiben. Dabei trug er im Jahr 2011 insgesamt 500.000 Bitcoins zusammen, was einem damaligen Wert von 5 Mio. $ entsprach und nach heutigem Kursstand 4 Mrd. $ betragen würde. Solonin dazu:  

„Am meisten hat mich die Menge erstaunt. In drei Monaten hat er es geschafft 500.000 Münzen zu schürfen, was damals 5 Mio. $ waren und heute sogar Milliarden von Dollar.“

Laut Meduza konnte Qiwi die Aktivitäten des Mitarbeiters aufdecken, als das Unternehmen bemerkte, dass die Zahlungs-Terminals während der Nacht einen ungewöhnlich hohen Stromverbrauch hatten. Nachdem er aufgeflogen war, weigerte der Programmierer sich den erworbenen Wert abzutreten und kündigte stattdessen.

Solonin fügt hinzu, dass er inspiriert davon auf die Idee kam, die Qiwi Terminals ebenso zum Bitcoin-Mining einzusetzen, da dies scheinbar mehr Profit abwerfen würde als deren eigentlicher Einsatzzweck. Dementsprechend versuchte das Unternehmen ähnlich vorzugehen, wie der ehemalige Mitarbeiter, allerdings wurde nach drei Monaten Vorbereitungszeit deutlich, dass die Rechenleistung zum damaligen Zeitpunkt schon nicht mehr ausreichte, um mit anderen Minern im Bitcoin Netzwerk mitzuhalten.

Nach Veröffentlichung des Artikels fügte Meduza einen Nachtrag hinzu, in dem erklärt wird, dass der Qiwi Programmierer die geschürften Bitcoins nicht zu seinem Vorteil nutzen konnte, da diese irgendwann schlicht „verloren“ gegangen waren.

Letzte Woche hatte Anatoly Aksakov, Vorsitzender des Komitees für Finanzmärkte in der russischen Staatsduma, gesagt, dass Besitzer und Schürfer von Kryptowährungen in Russland den bestehenden Finanzgesetzen unterliegen würden. Aksakov wies darauf hin, dass die Staatsduma ein spezielles Gesetz für Kryptowährungen im Herbst verabschieden will, wie Cointelegraph am 18. Juli berichtete.