Facebook und Instagram: Problem mit Fake-Werbung für Libra

Facebook hat es aktuell schwer, sein Krypto-Projekt Libra abzuwickeln. Inzwischen sind eine Reihe von gefälschten Libra-Konten online aufgetaucht, auch auf Facebook selbst.

Laut einem Bericht der Washington Post vom 22. Juli gehen fast ein Dutzend gefälschter Libra-Seiten über Facebook und seine Foto-Sharing-App Instagram um, die sich als offizielle Unternehmen für diese viel diskutierte digitale Währung ausgeben.

Facebook entfernte die Libra-Betrugsseiten erst nachdem das Unternehmen durch die Washington Post darauf aufmerksam wurde.

Im Bericht heißt es, es seien eine Reihe dieser gefälschten Facebook- und Instagram-Konten erst am 22. Juli entfernt worden, nachdem die Washington Post diese bei Facebook gemeldet hatte. Elka Looks, die Leitern für Kommunikation bei Calibra, gab an, dass Facebook Anzeigen und Seiten entferne, die gegen ihre Richtlinien verstoßen, wenn sie auf solche aufmerksam werden.

Einige der Libra-Fälschungen haben zu einem Vorverkauf der noch nicht herausgebrachten Libra-Coins mit Rabatt eingeladen. Viele andere haben das Logo von Facebook, Fotos des Facebook-CEO Mark Zuckerberg oder die offiziellen Marketingmaterialien von Libra verwendet, so der Bericht.

Ein klares Beispiel für Libra-Fälschungen im Internet ist die Webseite Buylibracoins.com, die das Libra-Logo von der offiziellen Webseite Libra.org kopiert und den Nutzern anbietet, ein Konto zu eröffnen und mit großen Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) in Libra zu investieren. Während die Instagram-Seite dieser Webseite angeblich entfernt wurde, ist die Webseite bei Redaktionsschluss weiter verfügbar.

Gefälschte Libra-Webseite Buylibracoins.com

Gefälschte Libra-Webseite Buylibracoins.com

Gefälschte Anzeigen untergraben das Vertrauen in Facebook und Libra

Eswar Prasad, Wirtschaftsprofessor an der Cornell University, sagte, es sei sehr ironisch, dass Facebook selbst für solche Zwecke missbraucht wird und das das Vertrauen in sein Kryptowährungsprojekt untergraben könnte. Prasad beschrieb das Vertrauensproblem als das Haupthindernis für Facebook auf seinem Weg zur Einführung der globalen Kryptowährung. Er erklärte im Bericht:

"Facebook hat ein enormes weltweites Netzwerk und eine enorme Finanzkraft. . . Aber Libra kann als Tauschmittel nur gut funktionieren, wenn jeder ihm vertrauen kann. Und das ist die große Frage im Moment: ob Facebook genug Vertrauen entgegengebracht wird."

Facebook entschärft Regeln für Kryptoanzeigen einen Monat vor der Veröffentlichung des Libra-Whitepapers 

Anfang 2018 hat Facebook angekündigt Kryptowährungs- und ICO-Anzeigen auf seiner Plattform zu verbieten. Damit wollte die Plattform "irreführende oder täuschende Werbepraktiken" unterbinden. 

Der Social-Media-Riese hat jedoch im Mai 2019 die Beschränkungen entschärft, etwa einen Monat bevor er am 18. Juni das Whitepaper für sein eigenes Kryptowährungsprojekt Libra veröffentlichte.

Damian Collins, ein hochrangiger Mitarbeiter des britischen Parlaments, hat kürzlich argumentiert, dass Libra massiven Betrug ermöglichen würde, da er von Facebook geschaffen und kontrolliert würde und für jeden außerhalb eines von "Facebook umzäunten Gartens" unzugänglich wäre.