Ehemalige US-Generalbundesanwältin auf Money20/20:

Am Montag, den 4. Juni, äußerte sich die ehemalige Generalbundesanwältin der USA, Mary Beth Buchanan, zum Thema Krypto. Auf der Money 20/20 Europe Konferenz in Amsterdam merkte sie an, dass wir „die negativen Konnotationen loswerden müssen“, die die aufstrebende Krypto-Branche bisher noch umgeben.

Buchanan betonte, dass in Wirklichkeit „viel mehr“ Verbrechen mit den Fiat-Währungen begangen werden, was sie in einem Interview mit Cointelegraph noch vertiefte:

„Ich habe 21 Jahre im [US] Justizministerium gearbeitet, es ist unfair zu behaupten, dass es mehr Verbrechen mit Kryptowährungen gibt. Eigentlich lehne ich diese Behauptung sogar strikt ab…[denn obendrein] können Kryptowährungen verfolgt werden, im Gegensatz zu Fiat-Währungen [Bargeld].“

Der CT Korrespondent fügte hinzu, dass eine bessere Verfolgbarkeit von Kryptotransaktionen gegenüber Fiat-Währungen eigentlich nicht intuitiv ist, da die Anonymität ursprünglich eines der Hauptmotive zur Einführung von Kryptowährungen war.

Buchanan entgegnete dem jedoch, dass es mittlerweile eine Vielzahl an „kommerziell verfügbaren“ Werkzeugen gebe, die die Behörden nutzen könnten, um die Bewegungen von Geldern auf einer Blockchain nachzuvollziehen. Dabei nannte sie die Blockchain Überwachungssysteme Elliptic und Chainanalysis als zwei bekannte Beispiele.

Nichtsdestotrotz räumte Buchanan ein, dass die Strafverfolgungsbehörden noch „eine Menge aufzuholen haben“. Sie vergleicht die Größe dieser Herausforderung mit den Anfangstagen des Internets. Dabei empfiehlt sie, dass auch die Behörden ein „Update“ brauchen, damit die eigenen Methoden „Schritt halten“ können. Besonders die veraltete Wertpapier-Gesetzgebung vom Anfang des 20. Jahrhunderts erweist sich für die Innovationen der Moderne mittlerweile als ziemlich angestaubt.

Buchanan arbeitet zur Zeit als Beraterin für die große Kryptobörse Kraken. Nach eigener Aussage ist sie die letzten vier bis fünf Jahre „sehr involviert“ in die Krypto-Branche. Dementsprechend preist sie Kryptowährungen als ein „wunderbares Werkzeug“ an, das ein „kosteneffizientes“ Mittel für den Verkehr globaler Wertströme sei Auf die Frage nach der Annahmebereitschaft (Adoption) für Krypto antwortete Buchanan, dass wir dies „schon“ sehen und zwar „auf der ganzen Welt“. Außerdem hätten sogar Bevölkerungen ohne Bankensystem die Möglichkeit, ebenfalls einzusteigen.

Wie ein kürzlicher Bericht von Cointelegraph zeigt, ist es nicht abzustreiten, dass Kryptowährungen für illegale Zwecke missbraucht werden. Eine Erhebung aus dem Frühjahr 2018 schätzt, dass „ungefähr ein Viertel aller Nutzer…und nahezu die Hälfte aller Bitcoin-Transaktionen…mit illegalen Aktivitäten verknüpft sind.“  

Setzt man diese Erhebungen jedoch in einen breiteren Kontext, kommt es zu einer differenzierteren Beleuchtung. So haben weltweite illegale Aktivitäten mit Bitcoin einen ungefähren Wert von ca. 72 Mrd. $. Allerdings zitiert die gleiche Studie Zahlen von 2010, die eröffnen, dass sich allein in den USA 100 $ Mrd. an Fiat-Geld im Drogengeschäft  befindet.

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