Frankreichs Minister für Wirtschaft und Finanzen hat bekanntgegeben, dass die Regierung einen Teil des Gesetzesentwurfs für Unternehmenswachstum und Transformation (PACTE) angenommen hat, der sich speziell mit Initial Coin Offerings (ICO) befasst. Dies wurde in einer entsprechenden Twitter-Nachricht am 12. September verkündet.
Finanzminister Bruno Le Maire gibt an, dass die französische Börsenaufsicht, die Autorité des marchés financiers (AMF), nun bemächtigt ist, Lizenzen an Unternehmen zu vergeben, die Betriebskapital per ICO sammeln wollen. Die neue Gesetzgebung soll helfen, die Interessen der Anleger zu schützen.
Le Maire erhofft sich von diesen gesetzlichen Rahmenbedingungen ebenfalls, dass Frankreich nun „Investoren aus der ganzen Welt anzieht.“
Laut dem PACTE-Projekt, das von der Nationalversammlung (dem Unterhaus des französischen Parlaments) erarbeitet wurde, sollen Unternehmen vor der Herausgabe von Tokens eine Lizenz bei der AMF beantragen. Dabei müssen detaillierte Informationen zum entsprechenden Angebot und zum Herausgeber gemacht werden. Mit dieser Maßnahme soll Vertrauen in ICOs geschaffen werden, da diese von der AMF zuvor als riskant bewertet wurden.
Der französische Präsident Emmanuel Macron zeigte sich bisher positiv gegenüber aufkommenden innovativen Technologien. So schlug er letztes Jahr sogar vor, Frankreich in eine „Start-Up Nation“ zu verwandeln. Ende 2018 setzte Le Maire die Worte Macrons um, indem der PACTE Gesetzesentwurf vorgestellt wurde. Hierdurch soll die französische Wirtschaft für Transformation und Innovation aufgestellt werden. Dazu hieß es im März, dass Frankreich für die „Blockchain Revolution“ bereit wäre.
Zuvor hatte Frankreich dieses Jahr schon Änderungen bzgl. der Bestimmungen zur Versteuerung von Kryptowährungen vorgenommen. Wie Cointelegraph im Mai berichtete, schlug der französische Staatsrat (Conseil d’État) vor, die Besteuerung von Bitcoin von einer progressiven Steuer (zwischen 14-45%) auf einen fixen Steuersatz von 19% zu ändern.
Im breiteren europäischen Kontext, wie Cointelegraph diesen Monat berichtet hat, hatten Mitglieder des Europäischen Parlaments sich im September mit Blockchain-Experten zusammengesetzt, um über die ICO-Regulierung zu beraten.
Zuletzt legte der belgische Think-Tank Bruegel einen Bericht vor, der innerhalb der EU eine einheitliche Gesetzgebung zum Thema Kryptowährung fordert. Außerdem soll genauer geprüft werden, wie diese an die Investoren herausgegeben werden.
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