Abgeordnete des Europäischen Parlaments und Blockchain-Experten beraten über ICO-Regulierung

Mitglieder des Europäischen Parlaments und Blockchain-Experten haben sich am Dienstag, den 4. September zusammengesetzt, um über mögliche Vorschriften für Initial Coin Offerings (ICO) zu diskutieren.

Auf der jüngsten EU-Veranstaltung mit dem Titel "Regulating ICOs - Is the Crowdfunding Proposal what we were looking for?" untersuchten die Teilnehmer die potenziellen Komplikationen, die sich derzeit in der ICO-Branche ergeben können.

Ashley Fox, ein britischer Abgeordneter des Europäischen Parlaments, nannte bei dem Treffen drei Hauptthemen, die es zu berücksichtigen gilt: Probleme von ICOs bei der Kapitalbeschaffung, bestehende Regulierungsansätze zu diesem Thema und die Zukunftsperspektiven der Branche.

Peter Kerstens, Vorsitzender der Taskforce on Fintech der Europäischen Kommission, wies in seiner Stellungnahme auf den "drastischen Anstieg" der ICO-Umsätze in 2018 hin, trotz der wachsenden Zahl von Berichten über betrügerische ICO-Projekte. Kerstens nannte ICOs aufgrund der wachsenden Nachfrage "sehr interessante und vielversprechende Instrumente" zur Kapitalbeschaffung.

Kerstens betonte, dass die ICO-Branche zwar hauptsächlich mit ähnlichen Problemen bei anderen traditionellen Finanzierungsaktivitäten konfrontiert sei. Was die Höhe der damit beschaffbaren Gelder angehe, gebe es jedoch immer noch große Unterschiede. Als wesentlichen Vorteil betonte Kerstens, dass die Beschaffung eines Millionenbetrags bei ICOs im Gegensatz zur klassischen Startup-Finanzierung sehr einfach ist.

Er meinte außerdem, dass ICO-Token keine Drittpartei zwischen Emittenten und Anlegern benötigten. Seiner Meinung nach können die meisten Aspekte von ICOs auch nicht durch Crowdfunding-Ansätze abgedeckt werden, was unter anderem auf die vielfältigen Unterschiede zwischen den Branchen sowie den ungewissen Status von ICOs als Finanzinstrumente zurückzuführen sei.

Was die Frage der ICO-Regulierung anbelangt, habe Aeternitys globaler Kommunikationsexperte Julio Alejandro einen "sehr originellen Beitrag" geleistet, in welchem er behauptete, dass ICOs nur durch ein Verbot von  Krypto-Börsen reguliert werden könnten.

Alejandro erklärte, dass "man sich beschweren, weinen und glauben" könne, aber dass "der einzige Weg, wie man ein ICO tatsächlich unterbinden könne", das Blockieren der Handelsmöglichkeit über Krypto-Börsen sei.

"Wann immer Sie die Verbreitung und Verlagerung von Informationen stoppen wollen, wie werden Sie sie stoppen? Wirst du USBs und die Computer verbieten? Was genau wirst du verbieten? Sie verbieten Wissen."

Alejandro betonte daraufhin die Vorteile der ICO-Branche, welche die Krypto-Community sehr schätzen würde, wie zum Beispiel die Anonymität, den grenzenlosen Charakter, die gegenseitige Transparenz und die Fähigkeit, ohne Vermittler zu agieren.

Alejandro erklärte außerdem, dass, falls eine zentralisierte Organisation "in gewissem Sinne ICOs zu regulieren versuche", die Branche aus technischer Sicht "obsolet" werden würde.

Am 7. September kommen die Wirtschafts- und Finanzminister der 28 EU-Mitgliedstaaten zu einem Treffen zusammen, bei dem es um die Herausforderungen im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten und die Möglichkeit einer Verschärfung der Regulierung geht. Die Veranstaltung im österreichischen Wien wird die Hauptthemen rund um das Thema Kryptos wie Steuerhinterziehung, Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche behandeln.