Die insolvente Krypto-Investmentfirma Alameda Research, die wohl wichtigste Schwesterfirma der zusammengebrochenen Kryptobörse FTX, fordert den ebenfalls insolventen Krypto-Kreditgeber Voyager Digital nun auf, vorherige Kreditrückzahlungen zurückzugeben.

Die Insolvenzanwälte von FTX und Alameda haben am 30. Januar entsprechend Anklage gegen Voyager auf Rückzahlung von 445,8 Mio. US-Dollar erhoben.

Obwohl alle beteiligten Unternehmen inzwischen Insolvenz angemeldet haben, kam diese bei Voyager schon vier Monate früher, also im Juli 2022. Daraufhin hatte die Voyager die sofortige Rückzahlung aller ausstehenden Kredite von der FTX und Alameda gefordert.

Nach Einschätzung der FTX-Anwälte in Vertretung von Alameda können die betreffenden Kreditrückzahlungen nun jedoch rückgängig gemacht werden, da diese nur kurze Zeit vor der eigenen Insolvenz im November getätigt wurden.

Wie die FTX angibt, hat sich Voyager im September 248,8 Mio. US-Dollar und im Oktober 193,9 Mio. US-Dollar überwiesen. Im August zahlte die Kryptobörse zudem Kreditzinsen in Höhe von 3,2 Mio. US-Dollar.

Die FTX räumt in der Klageschrift überraschend ein, dass Alameda Kundengelder der FTX für riskante Investitionen missbraucht hat, gibt jedoch zu bedenken, dass sich Voyager und andere Krypto-Kreditgeber mitschuldig gemacht hätten, indem sie „bewusst oder zumindest fahrlässig“ Gelder an Alameda vergeben haben, ohne ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen. Dahingehend heißt es:

„Das Geschäftsmodell von Voyager war eine Art Feeder-System, indem sie Privatanleger an Land gezogen und deren Gelder ohne jegliche Prüfung an Krypto-Investmentfirmen wie Alameda und Three Arrows Capital verliehen hat.“

Die in Schieflage geratene FTX und Schwesterfirma Alameda wollen die betreffenden Gelder nun also zurückholen, um damit die eigenen Gläubiger zu bedienen.

Ironischerweise hatte FTX vor dem eigenen Zusammenbruch im November noch ein beträchtliches Angebot zur Übernahme von Voyager eingereicht.

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