Die Kryptobörse Gemini gab am Donnerstag ihren Rückzug aus dem Vereinigten Königreichs, der Europäischen Union (EU) und Australien bekannt, womit das Unternehmen seine Belegschaft gleichzeitig um 25 % reduziert.
Gemini nannte als Gründe für den Ausstieg laut der Ankündigung vom Donnerstag die Automatisierung von Arbeit durch Künstliche Intelligenz (KI), die die Effizienz der Entwickler um das 100-Fache steigert, sowie ein schwierigeres Geschäftsumfeld in Großbritannien, der EU und Australien:
„Diese ausländischen Märkte haben sich aus verschiedenen Gründen als schwer zu erschließen erwiesen, und wir sind mit einer organisatorischen und operativen Komplexität konfrontiert, die unsere Kostenstruktur in die Höhe treibt und uns ausbremst.“
„Wir haben in diesen Regionen nicht die Nachfrage, um das zu rechtfertigen. Die Realität ist, dass Amerika die weltweit größten Kapitalmärkte hat“, hieß es in der Erklärung.
Das Unternehmen wird seine Ressourcen stattdessen auf die Entwicklung seiner Prognosemarktplattform Gemini Predictions, die im Dezember 2025 gestartet wurde, und den Aufbau seines Geschäfts in den USA konzentrieren.
Die Nachricht kommt zu einem schwierigen Zeitpunkt für die Kryptoindustrie, da die Kurse für Kryptowährungen angesichts eines allgemeinen Marktabschwungs, der mit einem Flash Crash im Oktober begann, und der Verzögerung des CLARITY Act, einem mit Spannung erwarteten Gesetzentwurf zur Strukturierung des US-Kryptomarktes, weiter sinken.
Gemini verlagert Fokus
Die Ankündigung von Gemini unterstrich die wachsende Bedeutung von Prognosemärkten in der Strategie der Firma, die laut eigenen Angaben auf der Plattform „stärker in den Vordergrund rücken“ sollen.
„Unsere These lautet, dass Prognosemärkte genauso groß oder sogar größer werden als die heutigen Kapitalmärkte“, so die Hoffnung.
Das Unternehmen gab bekannt, dass es seit dem Start über 10.000 Nutzer auf Gemini Predictions und ein Handelsvolumen von 24 Millionen US-Dollar verzeichnet hat.
Das Handelsvolumen auf Prognosemärkten stieg im dritten Quartal 2024 während der US-Präsidentschaftswahlen sprunghaft an, wobei das gesamte Handelsvolumen gegenüber dem Vorquartal um 565,4 % auf etwa 3,1 Milliarden US-Dollar stieg.

Im Januar 2026 lag das tägliche Handelsvolumen auf Prognosemärkten laut Daten von Dune zwischen etwa 277 Millionen und etwa 550 Millionen US-Dollar.
Der Markt wird aktuell weiterhin von Polymarket und Kalshi dominiert, wobei Polymarket laut Dune über 37 % des gesamten 24-Stunden-Handelsvolumens des Prognosemarktes ausmacht und Kalshi über 26 %.

