Stuttgarter Börse entwickelt Plattformen für ICOs und Krypto-Handel

Die zweitgrößte Börse Deutschlands, die Stuttgarter Börse, hat seine Pläne vorgestellt, eine Plattform für Initial Coin Offerings (ICO) entwickeln zu wollen, außerdem soll ebenso eine Handelsplattform für Kryptowährungen geschaffen werden. Dies geht aus einem Finextra Bericht vom 2. August hervor.

Die Börse wies für das Jahr 2017, über alle Anlageklassen hinweg, ein Handelsvolumen von 81 Mrd. Euro (ca. 95 Mrd. US-Dollar) aus. Schon im Mai hatte man den Prototyp der gebührenfreien App, genannt „Bison“, vorgestellt, die im September veröffentlicht werden soll.

Mit der Einführung von Plattformen für ICOs und den Krypto-Handel, versucht die Börse, sich sowohl auf dem Primär- als auch auf dem Sekundärmarkt der Kryptobranche zu etablieren.

Die ICO-Plattform soll dabei die Herausgabe von digitalen Tokens, Unternehmensfinanzierung und die Abbildung von verschiedenen Wertanlagen erleichtern. Die emittierten Coins stehen dann wiederum auf der Handelsplattform der Börse zum Trading bereit.

Gegenüber Finextra sagt Alexander Höptner, Geschäftsführer der Börse Stuttgart, dass der Schritt zur Entwicklung einer Krypto-Handelsplattform, Antwort auf die „Nachfrage von Privatanlegern und institutionellen Investoren nach einer regulierten und vertrauenswürdigen Umgebung für den Handel mit Kryptowährungen“ sei. In diesem Kontext führt er aus:

„Auf der Handelsplattform können Tokens, die über unsere ICO-Plattform herausgegeben wurden, im Sekundärmarkt gehandelt werden. Dies ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für ICOs.“

Höptner fügt hinzu, dass die Börse plant „zentrale Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette für digitale Wertanlagen, aus seiner Hand, bereitzustellen.“ Deshalb wolle man eine umfassende Service-Infrastruktur entwickeln, die unter Anderem die sichere Depotverwahrung von neuen, aufstrebenden Wertanlagen sowie von etablierten Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) umfasst.

Die App Bison wird vom eigenen Daten-Analyse Startup Sowa Labs entwickelt, das die Börse im Dezember 2017 aufgekauft hatte, als Teil einer ambitionierten „digitalen Strategie”.

Neben den Kryptowährungen versuchen internationale Börsen auch, die darunterliegende Blockchain-Technologie nutzbar zu machen, wodurch Effizienz und Sicherheit des Geschäftsbetriebes verbessert werden soll.

Cointelegraph hatte erst kürzlich über eine detaillierte Analyse zum Thema „globale Implementierung von Blockchain bei Aktiengeschäften“ berichtet, die von der südkoreanischen Finanzaufsichtsbehörde (FSS) durchgeführt wurde. Als Resultat der Studie schlussfolgerte man, dass die lokalen Aufsichtsbehörden und Unternehmen gemeinsam an der Entwicklung eines integrierten Blockchain-Systems arbeiten müssten, um Innovation auf dem heimischen Börsenmarkt voranzutreiben.