Geschäftsführer von Crypto Capital wegen Verdacht der Geldwäsche verhaftet

Ivan Manuel Molina Lee, der Präsident des umstrittenen in Panama ansässigen Zahlungsdienstleisters Crypto Capital, der mit Bitfinex und anderen großen Kryptowährungsbörsen in Verbindung steht, wurde von den polnischen Behörden festgenommen.

Laut dem am 24. Oktober veröffentlichten Bericht der lokalen Nachrichtenagentur wPolityce wird er der Geldwäsche und der Beteiligung an einem internationalen Drogenkartell verdächtigt.

Geldwäsche für Drogenkartelle

Gemäß dem Artikel wurde Molina Lee auf der Grundlage eines Europäischen Haftbefehls festgenommen, der von der Staatsanwaltschaft in Breslau ausgestellt wurde. Seine Verhaftung steht Berichten zufolge im Zusammenhang mit 350 Millionen US-Dollar, die zuvor vom polnischen Justizministerium beschlagnahmt wurden.

Insbesondere gehörten diese beschlagnahmten Mittel Crypto SP. Z O.O. – einem lokalen Unternehmen, das angeblich mit Crypto Capital verbunden ist. Bei Molina Lees Verhaftung "handelte es sich um den Verdacht auf Geldwäsche [für] kolumbianische Drogenkartelle durch eine Kryptoböre", heißt es in dem Bericht.

Laut Decrypt haben in der Vergangenheit auch mehrere andere große Kryptounternehmen und -börsen – darunter Binance, Kraken und BitMEX – die Dienste von Crypto Capital in Anspruch genommen.

Über 850 Millionen US-Dollar an Bitfinex-Mitteln sind nicht verfügbar

Wie Cointelegraph am 21. Oktober berichtete, reichte iFinex, die Muttergesellschaft der großen Kryptowährungsbörse Bitfinex, einen Discovery-Antrag ein, um wieder Zugang zu über 850 Millionen US-Dollar an an Crypto Capital gebundenen Mitteln zu erhalten.

Der Antrag bezieht sich auf die angeblich unzugänglichen Mittel, die auf Bankkonten in Polen, Portugal, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten geführt werden.

Giancarlo Devasini, Chief Financial Officer von Bitfinex, erklärte, dass Ravid Yosef, ein Mitarbeiter des ehemaligen Zahlungsdienstleisters Crypto Capital, ihm verschiedene Dokumente zur Verfügung gestellt habe. Aus denen geht hervor, dass die Firma die Gelder von Bitfinex-Kunden zwischen mehreren Banken in Europa und den USA transferiert habe.

Am 25. April behauptete die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft an, dass Bitfinex 850 Millionen US-Dollar verloren habe und anschließend Mittel von Tether – die Tochtergesellschaft des Stablecoin-Operators – verwendet, um die Verluste heimlich zu verschleiern.

Zhao Dong, der Anteilseigner von Bitfinex, gab am 9. Mai bekannt, dass die Börse für ihr ursprüngliches Token-Angebot eine Milliarde US-Dollar an Hard- und Soft-Commitments versiegelt hat.