IBM glaubt: Digitale Zentralbankwährung in 5 Jahren

Laut einer neuen Studie haben 73 Prozent der führenden globalen Banken behauptet, dass es digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) "unter allen Umständen" geben sollte.

"CBDC wird Bargeld viel einfacher ersetzen"

Laut einem gemeinsamen Bericht des Technologiekonzerns IBM und des Official Monetary and Financial Institutions Forum (OMFIF) räumen Zentralbanken weltweit nun ein, dass CBDCs in einigen Anwendungsfällen, wie beispielsweise bei POS-Händlern mit einer Netzwerkverbindung, ein guter Ersatz für Bargeld wären.

Am 29. Oktober wurde die Studie mit dem Titel "Einzelhandels-CBDCs: Die nächste Ebene bei Zahlungen" veröffentlicht und umfasst Banken aus 13 Industrieländern und 10 Schwellenländern und wurde zwischen Juli und September 2019 durchgeführt. Die Studie kommt zu folgendem Schluss:

"Die Zentralbanken reagieren auf die Tatsache, dass digitale Währungen, ob private oder öffentliche, bald Teil des globalen Währungssystems sein werden. Es ist in ihrem Interesse, dafür zu sorgen, dass sie weder zurückbleiben noch ersetzt werden."

73 Prozent der Banken weltweit haben sich für CBDCs ausgesprochen und 82 Prozent der Befragten Zentralbanken gaben an, dass die größte Sorge im Hinblick auf die Finanzstabilität bei der CBDC-Nutzung das Risiko sei, dass digitale Bankgeschäfte mit einer höheren Geschwindigkeit als bisher durchgeführt werden, wie es im Bericht heißt. 

Außerdem sind die Zentralbanken der Ansicht, dass CBDCs offline verfügbar sein und überall dort funktionieren sollten, wo bisher Bargeld verwendet wurde.

Es wird erwartet, dass die erste CBDC innerhalb von fünf Jahren herauskommen wird.

Die Forschungsergebnisse ließen IBM und OMFIF zu dem Schluss kommen, dass die erste CBDC voraussichtlich innerhalb der nächsten fünf Jahre herauskommen wird. Im Bericht heißt es:

"Die wichtigste Schlussfolgerung ist, dass es wahrscheinlich innerhalb der nächsten fünf Jahre eine digitale Einzelhandels-Zentralbankwährung - also eine Fiatversion - geben wird. Diese wird entweder Banknoten und Münzen ergänzen oder ersetzen."

Konkret heißt es in der Studie, dass es unwahrscheinlich sei, dass die erste CBDC von einer G20-Zentralbank kommen werde. Den ersten Schritt werde wahrscheinlich eine kleinere und weniger komplexe Wirtschaft machen, um ein bestimmtes politisches Ziel, wie etwa die Stärkung der Widerstandsfähigkeit eines nationalen Zahlungssystems oder die Ausweitung der finanziellen Integration, zu erreichen.

Die Ergebnisse der neuen Studie decken sich mit der ersten, vorhergehenden CBDC-Studie von IBM und OMFIF, die im Oktober 2018 veröffentlicht wurde. Die Mehrheit der Finanzinstitute weltweit ist überzeugt, dass die Zentralbanken CBDCs entwickeln sollten. Dabei gaben 38 Prozent an, dass sie die Technologie derzeit aktiv erforschen und erproben würden.

Anfang Oktober erklärte Patrick Harker, der Präsident der US-Notenbank in Philadelphia, dass digitale Zentralbankwährung "unvermeidlich" seien. Dem fügte er aber noch hinzu: 

"Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass wir das erste Land sein sollten, das das tut. [...] Es ist unvermeidlich [...] Ich denke, es ist besser für uns, wenn wir anfangen, uns damit zu beschäftigen."