Der Internal Revenue Service (IRS) der Vereinigten Staaten sendet Briefe an Krypto-Investoren, um sie zu warnen und dazu zu bringen, ihre kryptobezogenen Einnahmen genau zu melden.  

"Keine Panik"

Laut einem Forbes-Bericht des Krypto-Steuerrechtsanwalts Tyson Cross, der am 26. Juli veröffentlicht wurde, haben einige Kunden von Cross einen Brief „6174-A“ von der IRS erhalten, in dem eine „zukünftigen zivil- und strafrechtlichen Durchsetzungsmaßnahme“ angedroht wird, wenn sie diese Meldepflichten nicht vollständig einhielten.

IRS Brief 6174-A

IRS Brief 6174-A. Quelle: Tyson Cross via Forbes

Während Cross feststellt, dass der Brief den Eindruck erweckt, dass es sich um eine persönlich gezielte Durchsetzungsmaßnahme handelt, argumentiert er, dass es sich eher um eine generische Mailing-Kampagne handelt, die die freiwillige Einhaltung fördern soll.

Obwohl die Agentur möglicherweise Steuerhinterziehung identifiziert und den Brief an bestimmte Personen gesendet haben könnte, stellt Cross fest, dass über ein Dutzend seiner Kunden – von denen alle genau ihre krypto-abgeleiteten Einnahmen angaben – ebenfalls diesen Brief erhalten haben. 

Viel wahrscheinlicher sei es, dass die IRS ihre 2017 von Coinbase ermittelte Liste der Steuerzahler verwendet und eine Pauschalkampagne durchgeführt habe, um psychologischen Druck auf die Anleger auszuüben. Er stellte fest: 

"Dies scheint darauf hinzudeuten, dass die IRS diese Briefe als "Angelversuch" an die Steuerzahler sendet, ohne wirklich zu glauben, dass jeder Empfänger zu wenig gemeldet hat."

Cross schreibt, dass ihm mehrere andere Steuerfachleute gesagt haben, dass auch ihre eigenen Kunden – trotz genauer Berichterstattung - den Brief 6174-A erhalten haben.

Die IRS hofft, die Schlinge enger zu ziehen

Cross riet Anlegern, nicht in Panik zu geraten, falls sie das Schreiben erhalten, sondern die Richtigkeit ihrer Steuererklärungen sorgfältig zu überprüfen, da dies zumindest bedeutet, dass sie auf dem Radar der Agentur stehen.

Wie bereits berichtet, zeigten Daten, die vor dem Ende des vorangegangenen Steuerjahres veröffentlicht wurden, dass nur 0,04% der Steuerpflichtigen Kapitalgewinne aus Kryptoinvestitionen an das IRS meldeten.

Bereits im Juli 2017 hatte die IRS verlangt, dass der große US-amerikanische Kryptobörse Coinbase detaillierte Informationen zu jedem seiner über 500.000 Nutzer aushändigt, um Steuerhinterziehung vorzubeugen. Ein Gerichtsbeschluss vom November 2017 reduzierte diese Zahl jedoch auf rund 14.000 "High-Transacting" -Nutzer, wobei die Plattform später diese Zahl ein weiteres Mal auf 13.000 korrigierte.

Eine mutmaßliche Präsentation der Agentur Anfang dieses Monats ergab, dass das IRS die Absicht verfolgt, die Vorladungen der Grand Jury für Unternehmen wie Apple, Google und Microsoft zu nutzen, um den Download-Verlauf der Steuerzahler für Anwendungen im Zusammenhang mit Krypto zu überprüfen.

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