Italienische Behörden beschlagnahmen Bitcoins aus Wallets von BitGrail

Die italienische Kryptobörse BitGrail teilt mit, dass die Bitcoins (BTC) aus den Wallets des Unternehmens von italienischen Behörden beschlagnahmt wurden. Dies geht aus einem am 15. Juni veröffentlichten Statement hervor.

Hier heißt es, die Behörden hätten die Gelder aus den Wallets der Börse auf Grund einer gerichtlichen Anordnung des Justizpalasts von Florenz vom 5. Juni entfernt. Allerdings wurde der Gesamtwert, der beschlagnahmten Finanzmittel, nicht beziffert:

„Am 5. Juni wurden, auf Anordnung des Justizpalastes von Florenz, die Bitcoins in den Wallets des Unternehmens beschlagnahmt und unter die Kontrolle der Justizbehörden gebracht. Der weitere Verlauf hängt von den Entscheidungen des Gerichts, im Vorlauf zum anstehenden Insolvenzverfahren, ab.“

Die Sicherstellung der BTC von BitGrail folgt auf eine Petition, die beim Gericht von den Opfern des BitGrail Hacks eingereicht wurde. Hierin wird festgestellt, dass die Börse nach Artikel 6 des italienischen Insolvenzrechts als bankrott gilt. Die Petition wurde im Namen von BitGrail Kreditgeber Espen Enger abgegeben, der im Voraus von mehr als 3.000 Anspruchsstellern kontaktiert wurde.

Im Februar wurde BitGrail von einer Cyber-Attacke erfasst, die einen Verlust von 17 Millionen Nano (XRB, ehemals Railblocks) mit sich brachte, dies entsprach damals einem Wert von 187 Millionen $. Nachdem der Handel eingestellt wurde, erklärte Geschäftsführer Francesco Firano, dass es unmöglich sei, den gestohlenen Wert zu erstatten.

Der Hack hat eine Reihe von Streitigkeiten zwischen BitGrail und der Nano Foundation zur Folge, da unklar war, ob die Angreifer eine Schwachstelle von BitGrail oder eine Verwundbarkeit in der Blockchain von Nano ausnutzten.

Im April kündigte die Nano Foundation an, dass sie alle betroffenen Opfer rechtlich unterstützen wolle, damit diese ihre Möglichkeiten zur Anspruchsstellung gegenüber BitGrail wahrnehmen könnten.

Am 3. Mai öffnete BitGrail erneut, wurde allerdings nur drei Stunden später per Anordnungs des Florenzer Gerichts angewiesen, den Betrieb einzustellen. Das Gericht befahl eine unverzügliche Schließung der Börse auf Antrag der Anwaltsfirma Bonelli, in Vertretung eines Klienten. Darauf antwortete die Börse: „Obwohl wir der Entscheidung nicht zustimmen, sind wir verpflichtet, das Recht zu achten und ab sofort den BitGrail Geschäftsbetrieb zu stoppen.“