Die italienische Wertpapieraufsichtsbehörde, die Commissione Nazionale per le Societa e la Borsa (CONSOB), hat ein neues Informationsblatt der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) veröffentlicht, in dem sie Social-Media-Finanz-Influencer oder „Finfluencer“ darauf hinweist, dass die Vorschriften der Europäischen Union zu Anlageempfehlungen und Werbung uneingeschränkt für Kryptowährungen und Inhalte, die mit „schnell reich werden“ werben, gelten.
In einer Mitteilung vom Montag verwies die CONSOB auf das am Donnerstag veröffentlichte Dokument der ESMA zu Finfluencern, in dem Creator gewarnt werden, dass „die Werbung für ein Finanzprodukt oder eine Finanzdienstleistung nicht mit der Werbung für Schuhe oder Uhren vergleichbar ist“.
Das Bewerben von Differenzkontrakten (CFDs), Devisen, Futures, bestimmten Crowdfunding-Produkten und volatilen Kryptowährungen kann laut der Mitteilung zum Verlust des gesamten investierten Kapitals führen, und Influencer bleiben rechtlich für ihre Beiträge verantwortlich, auch wenn sie keine Finanzfachleute sind.
Das ESMA-Merkblatt betont außerdem, dass bezahlte Partnerschaften eindeutig als Werbung gekennzeichnet werden müssen. Kurze Haftungsausschlüsse wie „Dies ist keine Finanzberatung“ heben die regulatorischen Verpflichtungen nicht auf, und die Erteilung personalisierter Anlageempfehlungen ohne Lizenz kann einer regulierten Anlageberatung gleichkommen.

Die Mitteilung der CONSOB unterstreicht die Botschaft der ESMA und fordert die Nutzer auf, Versprechungen zum schnellen Reichtum zu misstrauen, und Influencer, zu überprüfen, ob die Betreiber, mit denen sie kommunizieren, zugelassen sind, um Krypto-Betrug zu verhindern.
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ESMA und nationale Regulierungsbehörden werden strenger
Die Mitteilung der CONSOB reiht sich in eine breitere europäische Kampagne gegen Finfluencer ein. Die ESMA hat sich erstmals im Oktober 2021 in einer öffentlichen Erklärung im Rahmen der Marktmissbrauchsverordnung mit Anlageempfehlungen in sozialen Medien befasst und davor gewarnt, dass irreführende Beiträge und nicht offengelegte Interessenkonflikte als Marktmissbrauch oder nicht konforme Anlageempfehlungen gelten können.
Die Behörde wies darauf hin, dass Verstöße mit Geldbußen von bis zu 5 Millionen Euro für Einzelpersonen und höheren Bußgeldern für Unternehmen geahndet werden können und dass Marktmissbrauchsdelikte in einigen EU-Staaten strafrechtlich verfolgt werden können.
Andere nationale Regulierungsbehörden haben bereits mit maßgeschneiderten Finfluencer-Tools experimentiert. Im Jahr 2023 haben die französische Finanzmarktaufsichtsbehörde Autorité des marchés financiers und die Werbeaufsichtsbehörde Autorité de Régulation Professionnelle de la Publicité (ARPP) ein Zertifikat für verantwortungsvollen Einfluss eingeführt, ein Schulungs- und Prüfungssystem, das für Influencer erforderlich ist, die mit ARPP-Mitgliedsmarken im Bereich der Finanzwerbung, einschließlich Kryptowährungen, zusammenarbeiten möchten.
Im Vereinigten Königreich hat die Finanzaufsichtsbehörde FCA ebenfalls im Jahr 2024 ihre Leitlinien für Finanzwerbung in sozialen Medien fertiggestellt und später eine Kampagne mit Sharon Gaffka, Star der Reality-Show „Love Island“, gestartet, um davor zu warnen, dass nicht genehmigte oder nicht konforme Werbeanzeigen für Investitionen und Kryptowährungen als illegale Finanzwerbung gelten könnten.
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Vorgehen gegen Prominente und Inhaltsersteller
Der regulatorische Fokus spiegelt eine breitere Gegenreaktion auf den von Prominenten und Kreativen angeheizten Hype um riskante Produkte wider.
Im Jahr 2022 verhängte die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission eine Geldstrafe in Höhe von 1,26 Millionen US-Dollar gegen Kim Kardashian, weil sie auf Instagram unrechtmäßig für EthereumMax (EMAX)-Token geworben hatte, ohne eine Zahlung in Höhe von 250.000 US-Dollar ordnungsgemäß offenzulegen.
Eine separate Sammelklage im Jahr 2023 richtete sich gegen eine Gruppe sogenannter „FTX-Influencer“ und forderte eine Entschädigung in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar. Dabei wurde behauptet, dass prominente YouTuber und andere Online-Persönlichkeiten ihre Follower durch die Werbung für Produkte im Zusammenhang mit der zusammengebrochenen Börse irregeführt hätten.

