Japanisches Gericht spricht wegen Cryptojacking beschuldigten Mann frei

Ein japanisches Gericht hat einen Mann freigesprochen, der beschuldigt wurde, illegale Kryptowährungen durch Nutzung der Rechenleistung von Besuchern seiner Website abgebaut zu haben, berichtete Japan Today am 27. März.

Das Bezirksgericht von Yokohama hat Berichten zufolge angeordnet, einen 31-jährigen Website-Designer freizusprechen, der auf seiner Website Coinhive für das Mining von digitaler Währung betreiben soll. Das Programm ermöglicht es dem Benutzer, die freie Rechenleistung der Website-Besucher zu nutzen, um Kryptowährungen abzubauen - eine Praxis, die als Kryptojacking bekannt ist. Der Angeklagte soll erklärt haben, dass das Programm nicht als Virus angesehen werden könne.

Der Vorsitzende Richter Toshihihiro Homma soll gesagt haben, dass die Handlungen des Mannes "kein Verbrechen darstellen, da wir nicht sagen können, dass die Einbettung des Programms sozial inakzeptabel ist."

Staatsanwälte forderten eine Geldstrafe von 100.000 Yen (904 $) mit dem Argument, dass der Mann das Programm ohne Erlaubnis der Besucher betrieben habe. Sie argumentierten auch, dass das Programm den Stromverbrauch der Besucher erhöht. Das Gericht erkannte jedoch nicht an, dass das Programm dazu bestimmt war, den personenbezogenen Daten von Personen Schaden zuzufügen.

Ein im Dezember letzten Jahres veröffentlichter Bericht des Cybersicherheitsunternehmens McAfee Labs hatte ergeben, dass die Aktivität von Kryptojacking-Malware im Jahr 2018 um über 4.000 Prozent gestiegen ist. Die McAfee-Statistik bezieht sich speziell auf die Gesamtzahl der Fälle einer Kryptojacking-Malware, die in der Studie als "Coin Miner" bezeichnet wird.

Anfang dieses Jahres wurde der Coinhive Krypto-Mining-Service eingestellt, da er wirtschaftlich unrentabel geworden war. Auch wenn der Betrieb am 8. März eingestellt wurde, werden die Dashboards der Benutzer bis zum 30. April 2019 zugänglich bleiben. Unter anderem hatten die Entwickler einen Rückgang der Hash-Rate um über 50 Prozent nach der letzten Monero (XMR)-Hartgabel festgestellt.

Heute berichtete Cointelegraph über die Verhaftung eines 32-jährigen Mannes aus der Region Bukowina durch die ukrainische Cyberpolizei, der Kryptojacking-Software auf einer Reihe von Bildungs-Websites platziert haben soll. Die Polizei stellte fest, dass die auf den Websites installierte Malware die CPU- und GPU-Leistung der Besuchergeräte nutzte, um illegal Kryptowährungen abzubauen.