Nach Hackerangriff auf Kryptobörse leitet Japans Finanzaufsicht Ermittlungen ein

Die japanische Finanzaufsichtsbehörde (FSA) hat Ermittlungen eingeleitet, nachdem angeblich 60 Mio. US-Dollar in Kryptowährungen von der Kryptobörse Zaif gestohlen wurden. Cointelegraph Japan hatte dies am 21. September gemeldet.

Laut dem Bericht hat die FSA seine Mitarbeiter zu Tech Bureau geschickt — der Mutterkonzern von Zaif mit Sitz in Osaka — wo geklärt werden soll, ob das Unternehmen in der Lage ist, die Verluste der Kunden zu tragen.

Wie Cointelegraph Japan zugetragen wurde, hat der Japanische Verband der Kryptobörsen (JVCEA) alle heimischen Kryptobörse dazu aufgerufen, eine unverzügliche Untersuchung der eigenen Sicherheitsprotokolle vorzunehmen. Nach diesem Aufruf haben die Börsen BitFlyer und Quoine angegeben, dass sie bei ihrer Prüfung keinerlei Datenmanipulation feststellen konnten.

Cointelegraph berichtete zuvor, dass Zaif am 14. September eine Sicherheitsverletzung hatte, allerdings wurde der Serverfehler erst am 17. September bemerkt. Hacker sollen dabei Kryptowährungen im Wert von 4,5 Mrd. Yen aus den Wallets der Kunden gestohlen haben und zusätzlich 2,2 Mrd. Yen aus den Vermögenswerten des Unternehmens. Der Gesamtschaden beläuft sich auf 59,7 Mio. US-Dollar (50,7 Mio. Euro).

Zaif hatte in den Monaten März und Juni jeweils behördliche Verwarnungen von der FSA erhalten, so Cointelegraph Japan. In der ersten Warnung ging es um „Systemversagen“ und „betrügerische Abbuchungen“. Obwohl  Zaif diesem Check nicht Stand halten konnte, wurde die Börse nicht geschlossen.

Japans Polizeibehörde hatte vor Kurzem eine Statistik veröffentlicht, die besagt, dass Krypto-Diebstahl sich 2018 verdreifacht hat. Während der ersten sechs Monate wurden 60,503 Mrd. Yen (460 Mio. Euro) an Kryptowährungen aus verschiedenen Wallets gestohlen. Der größte Hackerangriff fand im Januar 2018 statt, als NEM Coins im Wert von 58 Mrd. Yen (440 Mio. Euro) von der Kryptobörse Coincheck entwendet wurden.