Krypto-Experten der Uni-Darmstadt erforschen Echtzeit-Transaktionen mit Blockchains

Ein Forscherteam der deutschen Universität Darmstadt will Blockchain-Technologie für Transaktionen in Echtzeit nutzbar machen, so eine Pressemitteilung der Universität vom 7. Januar.

Das Team um den Kryptographie-Forscher Professor Sebastian Faust will einen der größten Nachteile der Digital Ledger Technologie (DLT) beseitigen, wie die Universität in der Mitteilung erläutert:

“Bei Kryptowährungen wie Bitcoin, die dezentral über eine Blockchain abgewickelt werden, sind derzeit maximal sieben Transaktionen pro Sekunde möglich.”

Die Verarbeitung einzelner Transaktionen bei Bitcoin und auch anderen Blockchain-Systemen könne daher aktuell bis zu mehrere Minuten in Anspruch nehmen. Den Forschern rund um Professor Faust schweben aber optimierte Blockchain-Systeme vor, die der Verbreitungsgeschwindigkeit der Kreditkartenbetreiber gleiche.

Die größte Herausforderung dabei, Blockchains auf Geschwindigkeit zu trimmen, sei der Sicherheitsaspekt. Dieser dürfte nicht auf der Strecke bleiben.

Zum Beschleunigen von Blockchain-Anwendungen wollen die Forscher den über die Blockchains getauschten Daten auf das absolute Minimum reduzieren. Faust wird zitiert:

“Unsere Idee ist, nicht alles in die Blockchain zu verlagern. Um zum Beispiel einen Vertrag abzuwickeln, braucht es keine Blockchain - die ist erst relevant, wenn es zum Streitfall kommt“.

Die Verträge würden “offchain” direkt zwischen den Parteien ausgeführt. Nur wenn eine Partei die Vertragsbedingungen bricht, werde der Vertrag “onchain“ ausgewertet.

Die Ideen der Darmstädter Forscher könnten nach einem Krisenjahr für Kryptowährungen der Blockchain-Technologie neuen Schwung verleihen. Mancher Kritiker fragt sich mittlerweile auch wegen der langsamen Transaktionen, ob die Blockchain-Revolution versagt habe. Das Beratungsunternehmen McKinsey findet aktuell zwar noch kaum Anzeichen für Verwendung der Blockchain.

Entgegen dem Abwärtstrend bei Kryptowährungen wird hinsichtlich der Blockchain-Technologie eifrig weiter geforscht und auch Risikokapital für neue Projekte wird weiterhin bereitgestellt.