Liechtensteiner Bank Frick: Zahlungsdienstleister aus Südafrika übernimmt Mehrheit

Der südafrikanische Zahlungsdienstleister Net 1 UEPS Technologies (Net1) will die Aktienmehrheit der Liechtensteiner Bank Frick übernehmen. Dies teilte die Bank Frick am 8. Oktober auf ihrer Webseite mit.

Aktienoption führt zu Quasi-Übernahme

Net1 halte als bisheriger Minderheitsaktionär eine Option zum Erwerb eines zusätzliches Anteils von 35 Prozent an der Bank Frick und wolle dieses Recht ausüben.

Sollte die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) für die für März 2020 geplante Transaktion grünes Licht geben, würde sich der Aktienanteil der Südafrikaner auf 70 Prozent erhöhen. Die Kuno Frick Familienstiftung bleibe Eigentümerin des restlichen Anteils von 30 Prozent der Bank Frick.

Die Kosten des zusätzlichen Aktienpakets werden von der Bank Frick “vorbehaltlich bestimmter Kaufpreisanpassungen” mit 46,4 Millionen US-Dollar (aktuell rund 42 Millionen Euro) angegeben.

Wie die Bank schreibt, zeige sich Net1 “beeindruckt vom Umfang der klassischen Bankdienstleistungen der Bank sowie der Reputation, die sich die Bank erworben” habe. Der Zahlungsdienstleister erwarte sich “für die Zukunft eine zusätzliche Erweiterung seiner Fintech-, Zahlungs- und Blockchain-Dienstleistungen ergänzend zu den bereits vorhandenen Produkten und Dienstleistungen der Bank”.

Wie Net1-CEO Herman Kotzé betont, spielt die Krypto-Ausrichtung der Bank für die Südafrikaner eine wichtige Rolle:

“Das hohe Kernkapital der Bank von CHF 90 Millionen, die Mitgliedschaften bei Visa und MasterCard, eine paneuropäische Lizenz als Universalbank und die anerkannte Führerschaft bei Bankdienstleistungen, insbesondere in den Bereichen virtuelle Vermögenswerte/Krypto, werden die Breite, den Umfang und das Entwicklungstempo zusätzlicher Angebote des Fintech-Geschäfts von Net1 und Bank Frick deutlich steigern.”

Bankpräsident Mario Frick bestätigte gegenüber finews.ch, dass sich an der Ausrichtung der Bank nichts ändern und Edi Wögerer als CEO das Institut auch künftig leiten werde. 

Tochtergesellschaften der Bank Frick 

Durch den Mehrheitsanteil an der Bank Frick übernimmt Net1 gleichzeitig auch indirekt die Kontrolle an zwei Tochtergesellschaften der Bank. Die Bank hatte im Februar dieses Jahres die Tochtergesellschaft DLT Markets gegründet, welche eine professionelle Krypto-Handelsplattform für institutionelle Investoren anbietet. Im Juni übernahm die Bank Frick zudem das Liechtensteiner Fintech-Startup Tradico.