Börsenverband spricht sich gegen britisches Verbot von Krypto-Derivaten aus

Die World Federation of Exchanges (WFE), der weltweite Interessenverband der Börsen, bittet die britische Finanzmarktaufsicht FCA darum, von einem Generalverbot für Krypto-Derivate abzusehen.

Die entsprechende Bitte hat die WFE am 7. Oktober in einem offenen Brief an die britische Aufsichtsbehörde gerichtet, nachdem diese in einem Strategiepapier aus dem Juli laut über ein Verbot von Bitcoin-Futures und anderen Krypto-Derivaten nachgedacht hatte. Die WFE fordert die FCA gleichsam dazu auf, stattdessen strengere Vorschriften für Anlegerschutz zu etablieren.

Regulierungsvorschriften sind nötig

Im Zuge des Briefes spricht der Börsenverband gleich mehrere Empfehlungen zur Regulierung der entsprechenden Finanzprodukte aus, darunter die Implementierung von Standards, die Berücksichtigung von Marktstrukturen sowie die Aufhebung des etwaigen Verbots, falls es den schon verabschiedet sein sollte, um für Anleger einen freien Marktzugang zu gewährleisten.

Nandini Sukumar, die Geschäftsführerin des WFE, betont, dass sich die Aufsichtsbehörden dringlichst darum bemühen sollten, Regulierungsvorschriften zu formulieren, damit die Kryptobranche eine Chance hat, sich weiterentwickeln zu können:

„Obwohl Krypto-Vermögenswerte großes Potenzial bergen, leider der Markt bisher darunter, dass viele unregulierte Dienstleister ihre unzulässigen Produkte anbieten können. Börsen, die streng an behördliche Auflagen gebunden sind, sehen den Anlegerschutz als Teil ihrer Pflicht und verstehen, dass Integrität die Grundlage eines gut funktionierenden Marktes ist, weshalb sie die beste Ausgangslage haben, um diese Produkte anzubieten und der Kryptobranche bei ihrer Entwicklung zu helfen.“

Die WFE repräsentiert als Verband die führenden Aktienbörsen der Welt, darunter die Nasdaq, die CME Group, die Korea Exchange, die London Stock Exchange und die Deutsche Börse.

FCA mit ambivalenter Haltung zu Kryptowährungen

Obwohl die FCA ein Verbot für den Verkauf von Krypto-Derivaten an Privatanleger in Erwägung zieht, ist die Aufsichtsbehörde zuletzt noch zu der Schlussfolgerung gekommen, dass die führenden Kryptowährungen überwiegend als „Zahlungsmittel“ fungieren, weshalb sie sich für diese nicht als zuständig erachtet.

Ende September hatte die britische Kryptobörse Coinshares wiederum dazu aufgefordert, Widerstand gegen die FCA zu leisten, da die Aufsichtsbehörde vermeintlich keine ausreichenden Gründe hätte, um ein Verbot von Krypto-ETFs durchzusetzen.