Money 20/20: Experten streiten über Blockchain als Zahlungssystem

Auf der Money 20/20 Konferenz in Las Vegas haben Experten aus der Blockchain-Branche über die Zukunft der Technologie und deren möglichen Einfluss auf Zahlungssysteme diskutiert.

David Schwartz, Technischer Leiter von Ripple, und Esther Pigg, Vize-Präsidentin für Produkt-Strategie bei FIS Payments, waren dabei sehr gegenteiliger Ansicht bzgl. der etwaigen Vorteile, die die Blockchain für Zahlungsabwicklungen haben könnte.

Schwartz meint, dass Blockchain die gängigen Zahlungsverfahren ablösen wird, und dass die Betreiber dieser lediglich „versuchen ein System zusammenzuhalten, das noch vor das 56k-Modem zurückreicht.“

Blockchain würde die gleiche Auswirkung auf Zahlungssysteme haben wie die Einführung der E-Mail auf die Zustellung von Briefen, so Schwartz weiter. Er meint, dass die Blockchain kleinere und häufigere Zahlungen ermöglicht als bisherige Systeme, da diese zu teuer und langsam wären:

„Wenn Sie in ihr E-Mail Postfach schauen, dann hätten Sie 99% der Nachrichten so niemals als Brief bekommen, denn entweder ist der Informationsgehalt zu niedrig oder die Dringlichkeit zu hoch. Es gibt auch Zahlungen, die dringlich sind, aber nicht durchgeführt werden können. Unternehmen, die solche schnellen und kostengünstigen Zahlungen ermöglichen, werden den Zuschlag erhalten und die, die so etwas nicht anbieten, müssen sich anpassen oder vom Markt verschwinden, so wie in jeder technologischen Revolution.“

Des Weiteren argumentiert Schwartz, dass die Blockchain „die richtige Technologie“ für Zahlungssysteme ist, da sie sicher sei und „jedem Teilnehmer erlaubt, jede Systemregel zu verifizieren“. Außerdem meint er, Blockchains wären „grundsätzlich zuverlässig”.

Pigg fragte in der Gegenposition, „welches Problem die Blockchain löst, die nicht von bestehenden Zahlungssystemen ebenso gut gelöst werden könnten“.

Ihrer Meinung nach, ist die Behauptung, dass Blockchain Kosten reduzieren kann, überzeichnet. Dabei beruft sie sich auf Aussagen des Geschäftsführers von Western Union, der gesagt hatte, dass seine Test-Kooperation mit Ripple bisher noch keine nennenswerten finanziellen Vorteile bewirkt hat. Pigg verweist in diesem Kontext auch auf die hohen Kosten, die die Instandhaltung und Verwaltung einer Blockchain-Infrastruktur mit sich bringen.

Außerdem meint Pigg, dass die Blockchain nicht so sicher sei, wie oft behauptet würde. Sie bietet zwar eine gewisse Sicherheit, könnte allerdings kriminelle Aktivitäten nicht selbst bemerken. Obwohl traditionelle Zahlungssysteme noch Luft nach oben hätten, wären sie insgesamt zuverlässiger und sicherer.

Pigg schließt damit ab, dass Blockchain zwar ein großes Potenzial habe, das erforschenswert ist, aber „bisher weder verstanden noch geprüft“ ist, und „absolut nicht“ die heutigen Systeme ersetzen wird.