Klage behauptet: Mt. Gox-Gründer wusste schon länger von Sicherheitsrisiken

Der Mt. Gox-Gründer Jed McCaleb wird von zwei Händlern verklagt, die die Börse benutzt haben, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, die am 19. Mai eingereicht wurden.

Joseph Jones und Peter Steinmetz haben dem Ex-CEO vorgeworfen, die Börse auf betrügerische und fahrlässige Weise falsch dargestellt zu haben.

Die beiden behaupten auch, dass McCaleb sich bereits Ende 2010 oder Anfang 2011 der "schweren Sicherheitsrisiken" bewusst gewesen sei - mehr als drei Jahre bevor 850.000 Bitcoin (BTC) in einem großangelegten Hackangriff gestohlen wurden. In ihrer Klage heißt es:

"Anstatt die Börse abzusichern, verkaufte McCaleb einen großen Teil seines Anteils an dem Unternehmen und hat damit ermöglicht, die damaligen Sicherheitsbedenken zu vertuschen, ohne diese Probleme jemals der Öffentlichkeit offen zu legen."

Beide Kläger bezeichnen sich selbst als erfahrene Kryptowährungshändler. Sie sagten, dass sie von McCaleb nach einem "Dictionary-Angriff" im Jahr 2011 beschwichtigt worden seien. Bei diesem hatte ein Betrüger Coins gestohlen und zu diesem Zweck Konten mit schwachen Passwörtern ins Visier genommen.

Im Gerichtsdokument heißt es, dass 80.000 BTC zu diesem Zeitpunkt bereits fehlten. McCaleb habe den Großteil seiner Anteile an Mt. Gox an Mark Karpeles verkauft, anstatt die Sicherheitsprobleme zu beheben.

Jones sagte, dass er zum Zeitpunkt der Insolvenz von Mt. Gox im Februar 2014 1.900 BTC (24 Mio. US-Dollar bei Redaktionsschluss) besessen habe. Steinmetz behauptete wiederum, dass er 43.000 BTC (542 Mio. US-Dollar bei Redaktionsschluss) besessen habe. Beide Männer wollen nach wie vor ihr verlorenes Geldern wieder erlangen und sagen, sie hätten Mt. Gox nicht genutzt, wenn sie von den "erheblichen Sicherheitsbedenken" gewusst hätten, die es im Jahr 2011 gegeben hat.

Im April erwirkte der Mt. Gox-Rehabilitationstreuhänder Nobuaki Kobayashi vor einem japanischen Gericht eine Fristverlängerung für die Einreichung von Rehabilitationsplänen bis zum Oktober 2019.

Unterdessen wurde gegen den ehemaligen CEO Mark Karpeles im März eine Bewährungsstrafe verhängt, nachdem er für schuldig befunden wurde, die Finanzunterlagen manipuliert zu haben.

Mt. Gox war einst die größte Kryptobörse der Welt und McCaleb hat später Ripple gegründet und Stellar mitbegründet.