Finanzplatz Katar verbietet Krypto-Geschäfte

Die Qatar Financial Centre Regulatory Authority (QFCRA) hat bekannt gegeben, dass im oder vom Qatar Financial Centre (QFC) aus keine Dienstleistungen mit Krypto-Vermögenswerten durchgeführt werden dürfen.

Die Regulierungsbehörde kündigte die neuen Maßnahmen in einem am 26. Dezember veröffentlichten Tweet an. Darin heißt es, dass es autorisierten Firmen bis auf weiteres nicht gestattet ist, die Bereitstellung oder den Austausch von Krypto-Vermögenswerten und damit verbundenen Dienstleistungen anzubieten oder zu erleichtern. Die QFCRA warnt:

"Die Regulierungsbehörde verhängt im Einklang mit ihren Rechten und Pflichten [...] Sanktionen im Falle eines Verstoßes gegen die Verpflichtung [...], Tätigkeiten zu unterlassen, die im QFC nicht zulässig sind."

Das QFC ist ein Geschäfts- und Finanzzentrum mit einer eigenen rechtlichen, regulatorischen, steuerlichen und geschäftlichen Infrastruktur in Katar, das geschaffen wurde, um Unternehmen in die Region zu locken und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu fördern.

Laut seiner offiziellen Website hat das Finanzentrum bereits über 500 Firmen mit einem Gesamtvermögen von 20 Milliarden US-Dollar angelockt.

Weit gefasste Definition

Die QFCRA definiert Virtual Asset Services als den Umtausch zwischen Krypto- und Fiat-Währungen oder zwischen Kryptowährungen, die Übertragung von Krypto-Vermögenswerten, die Verwahrung oder Verwaltung von virtuellen Assets oder Tools für deren Management sowie die Teilnahme an oder die Bereitstellung von Finanzdienstleistungen im Zusammenhang mit virtuellen Assets.

Ein am folgenden Tag in den lokalen Medien veröffentlichter Artikel von Al-Watan weist auf neue Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung hin, die das Land gerade verabschiedet hat. Der Gouverneur der katarischen Zentralbank Scheich Abdullah bin Saud Al Thani kommentierte dies mit den Worten:

"Der Staat Katar bekräftigt, dass die Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung einen strengen und wirksamen Regulierungs- und Rechtsrahmen erfordert, in dem die Befugnisse und Zuständigkeiten sowohl der Regierungsstellen als auch der zuständigen Ministerien in Bezug auf die Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung festgelegt sind."

Während sich einige Länder wie die Schweiz gegenüber den Möglichkeiten digitaler Assets geöffnet haben, betrachten andere diese als Bedrohung der Währungssouveränität und verfolgen daher eine harte Linie.

Indiens Zentralbank initiierte ein Verbot, das alle Finanzinstitute des Landes daran hindert, Dienstleistungen für kryptorelevante Geschäfte anzubieten.

Ende April 2019 begann die indische Regierung Berichten zufolge mit interministeriellen Konsultationen über einen Gesetzesentwurf zum völligen Verbot von Kryptowährungen namens "Banning of Cryptocurrencies and Regulation of Official Digital Currencies Bill 2019".

China hat seit September 2017 den inländischen Umtausch von Kryptowährungen verboten, wie Cointelegraph in einer kürzlich erschienenen Zusammenfassung über das harte Vorgehen der Regierung gegen den Handel mit Kryptowährungen berichtete.