Ex-Vorsitzender der US-Handelsaufsicht: „Kryptobranche muss stärker reguliert werden“

Ein neuer Bericht, der im Namen der einflussreichen Brookings Institution erstellt wurde, fordert eine verstärkte Regulierung der Kryptobranche. Der Bericht wurde vom Harvard Absolventen Timothy Massad verfasst, der während der Regierungszeit von Präsident Obama als Vorsitzender der amerikanischen Aufsichtsbehörde für Futures und Optionsmärkte (CFTC) gewirkt hatte.

Das Dokument verrät schon im Titel, zu welchem Ergebnis Massad kommt, da dieser lautet: „Krypto-Vermögenswerte brauchen eine stärkere Regulierung“. Dementsprechend verhandelt der Text, weshalb es verbesserte Regulierungsbemühungen für Digitalwährungen geben muss, inwiefern Kryptowährungen für illegale Aktivitäten genutzt werden und durch welche Maßnahmen das Risiko für Cyber-Angriffe minimiert werden kann. Dahingehend werden auch direkte Empfehlungen ausgesprochen, wie bestehende Krypto-Regulierungsvorschriften angepasst werden könnten.

Der Bericht sieht eine klaffende Lücke in der aktuellen Gesetzeslage, die Betrug und mangelnden Anlegerschutz begünstigt. Dies sei in erster Linie darin begründet, dass die gesetzlichen Vorschriften für Wertpapiere und Derivate nicht ausreichend auf Krypto-Vermögenswerte übertragen werden.  

Massad ist der Ansicht, dass Kryptobörsen nicht stark genug reguliert werden, weshalb diese wiederum anfällig für Betrug und Manipulation sind, allein Interessenskonflikte könnten schon drastische Auswirkungen haben, wie er ausführt. Umso größer sieht er die Notwendigkeit für eine entsprechende Regulierung, um Risiken zu minimieren und Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren.

Außerdem fügt der Bericht an, dass eine unzureichende Regulierung ebenfalls dazu führt, dass das Sicherheitsrisiko erhöht ist, was die Krypto-Handelsplattformen wiederum anfälliger für Hacker-Angriffe macht.

Der ehemalige Vorsitzende der CFTC schlägt als Lösungsansatz vor, dass der amerikanische Kongress eine Aufsichtsbehörde für die Kryptomärkte etablieren müsse.

Seiner Meinung nach sind sowohl die Börsenaufsicht SEC als auch die Aufsichtsbehörde CFTC in der Lage, diese Aufgabe zu übernehmen, weshalb also keine gesonderte Behörde dafür aufgebaut werden müsste. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die SEC mit der entsprechenden Befugnis ausgestattet werden sollte, um Krypto-Vermögenswerte, Handelsplattformen und sonstige Teilnehmer der Branche zu regulieren.

Des Weiteren sollen lediglich regulatorische Grundprinzipien formuliert werden, anstatt konkrete Regulierungsvorschriften festzulegen, wie es auch für Futures oder Crowdfunding der Fall ist. Dadurch würde die Kryptobranche gewisse Freiheiten behalten und könnte im Laufe der Zeit eine Form der Selbstregulierung aufbauen.

Im Januar hatte sich der Circle Geschäftsführer Jeremy Allaire ebenfalls für eine Regulierung der Kryptobranche ausgesprochen, da er in der momentanen undurchsichtigen Gesetzeslage die größte Hürde sieht. So schrieb Allaire in einer Fragerunde auf Reddit:

„Die größte regulatorische Hürde, der wir uns gegenübersehen, ist die mangelnde Richtungsweisung der Börsenaufsicht, was die Einstufung von Krypto-Vermögenswerten betrifft. Wir sind überzeugt davon, dass viele Kryptos als Währungen oder Handelswaren gelten, deshalb muss die SEC genauer kommunizieren, wodurch sich ein Wertpapier definiert. Wenn der Markt mehr Klarheit hätte, würde das sehr viel Potenzial freisetzen, außerdem könnte so auch ein Markt für Krypto-Wertpapiere entstehen.“