Gerald Cotton, der verstorbene Gründer der kanadischen Kryptobörse QuadrigaCX, hat die Zugangsdaten für die derzeit unzugänglichen Krypto-Wallets vermutlich auf Papier festgehalten und in einem Schließfach verstaut, wie Bloomberg am 15. Februar meldet.

2014 hatte Cotten in der Sendung „True Bromance Podcast“ nämlich noch davor gewarnt, die Zugangsdaten für Cold-Wallets zu verlieren, da damit der vollständige Verlust der verwahrten Vermögenswerte einhergeht. So verdeutlichte er: „Nicht mal die amerikanische Regierung, die über die stärksten Super-Computer der Welt verfügt, könnte die verlorenen Coins wieder zurückholen, falls man die Zugangsdaten verliert.“

In diesem Zusammenhang hatte er damals erklärt, dass die Zugangsdaten am besten ausgedruckt und in einem Schließfach verwahrt werden, denn „so können ihre Bitcoin Tokens nicht gestohlen werden, höchstens, wenn jemand in ihre Bank einbricht und dort das Schließfach klaut, um an ihre Zugangsdaten zu kommen“.

Der Quadriga Gründer erwähnt in dem Gespräch auch explizit, dass die Börse ihre Zugangsdaten in einem Schließfach bei der Bank verstaut hat, Cotten im Wortlaut:

„Wir verwahren bei unserer Bank mehrere sogenannte Paper-Wallets (also Wallets in Papierform, deren Zugangsdaten lediglich auf dem Zettel vermerkt sind) in einem Schließfach und merken uns deren Adressen. So müssen wir nicht jedes Mal zur Bank, wenn wir Überweisungen tätigen wollen, sondern können über die Bitcoin-App direkt Gelder auf die Paper-Wallets einzahlen, so bleibt alles sicher.“

Die QuadrigaCX hat kürzlich einen Großteil ihres Vermögens verloren, nachdem Cotten im vergangenen Dezember plötzlich verstorben war und angeblich als einzige Person über die entsprechenden Zugangsdaten verfügt hatte. Die Kryptobörse soll derzeit nur noch auf 286.000 US-Dollar zugreifen können, während der entstandene Schaden 198.435.000 US-Dollar ausmacht. Da das Unternehmen jetzt vor der Insolvenz steht, hat es vor dem kanadischen Gericht jetzt Gläubigerschutz beantragt.  

Gestern hat ein Richter des Obersten Gerichtshofes der kanadischen Provinz Nova Scotia bekanntgegeben, dass er seine Entscheidung bezüglich der zugelassenen Anwälte, die die geschädigten Nutzer vertreten sollen, vertagt. Innerhalb der nächsten Woche soll dies jedoch schriftlich kommuniziert werden. Mehr als ein Dutzend Anwälte, die ca. 115.000 geschädigte Kunden repräsentieren, hatten sich in dem Fall gemeldet. Die Kryptobörse wird dabei auf Schadensersatz in Höhe von 52 Mio. US-Dollar in Bargeld und 142 Mio. US-Dollar in Kryptowährungen verklagt.

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