Notenbank von Indien soll Krypto-Ausschluss aus Sandkasten überdenken

Lobbygruppen fordern die Notenbank von Indien (RBI) dazu auf, zu erlauben, dass kryptobezogene Produkte in ihrem regulatorischen Sandkasten getestet werden dürfen, wie die indische Tageszeitung The Economic Times am 16. Mai berichtete.

Der vorgeschlagene Rahmen, der von der RBI letzten Monat vorgestellt wurde, würde es ermöglichen, die Blockchain-Technologie an einer kleinen Anzahl von Verbrauchern zu testen.  Kryptowährungen, Börsen und Initial Coin Offerings sind allerdings ausgeschlossen.

Nasscom, ein Branchenverband indischer IT-Unternehmen, ruft die Regulierungsbehörde dazu auf, umzudenken. Der Verband argumentiert, dass die RBI die mit Kryptowährungen verbundenen Risiken besser verstehen würde, wenn sie diese in den Sandkasten mit einbeziehen würde. Die Organisation erklärte:

"Da Krypto-Coins und Token ein wichtiger Bestandteil der Blockchain-Technologie sind, scheinen die Regulierungsentwürfe  Smart Contracts und andere anerkannte Blockchain-Technologien aus dem Sandkasten für Tests auszuschließen."

Der Zahlungsrat von Indien hat unterdessen gewarnt, dass Innovationen nur schwer erzielt werden könnten, wenn der Rahmen um den Sandkasten so viele Aspekte ausschließe.

Sandkästen werden von Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt verwendet. Auch die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA nutzt solche für Tests. Einige Startups befürchten, dass Indiens strenge Vorgehensweise dazu führen werde, dass innovative Produkte in ihrem Heimatland nicht getestet werden können, selbst wenn sie auf internationalen Märkten zugelassen sind.

Indiens Beziehung zu Krypto war zeitweise sehr problematisch. Ende letzten Monats hieß es in einem Bericht, dass eines der einwohnerreichsten Länder der Welt ein vollständiges Verbot von digitalen Währungen erwäge.

Am 10. Mai gab die indische Kryptobörse Coinome bekannt, dass sie ihren Betrieb wegen regulatorischer Schwierigkeiten vorläufig einstellen würde.