Russland: Wahlkommission fordert Umbenennung von Blockchain in der Landessprache

Auf einer Veranstaltung der russischen Wahlkommission wurde die Nutzung von Blockchain-Technologie für Wahlverfahren diskutiert, wie die staatliche Nachrichtenagentur TASS am 29. Oktober berichtet.

Auf der entsprechenden Konferenz wurde das 25-jährige Bestehen des russischen Wahlsystems gefeiert, wobei die Teilnehmer eine Reihe von Themen besprachen, darunter auch den Einsatz von Blockchain-gestützten Möglichkeiten.

Im Rahmen der Diskussion um Blockchain schlug Ella Pamfilova, Vorsitzende der Wahlkommission, vor, dass die Technologie in Russland „umbenannt“ werden müsse:

„Um die Technologie in Russland bewerben zu können, brauchen wir ein russisches Äquivalent, das unsere Mentalität widerspiegelt […]“

Pamfilova konkretisierte dies, indem sie die etwaigen Bedeutungen des Wortes innerhalb der russischen Sprache analysierte:

„Das Wort Block wird unweigerlich mit einem geschlossenem Raum assoziiert. Russland ist ein Land, in dem ein Drittel der Bevölkerung in Gefangenschaft gelebt hat…dazu kommt dann noch ‚Chain‘ (dt.: Kette). Also ‚Block‘ und ‚Chain‘, was unterbewusst eine bestimmte Wirkung hat.“

Zur Aufhebung der negativen Konnotation will Pamfilova ein anderes Wort für „Blockchain“ im Russischen einführen, allerdings hatte sie selbst keine Alternative parat. „Wir brauchen eine Umbenennung“ wiederholte sie, „irgendein sinnvolles russisches Wort.“

Noch im September 2017 hatte Pamfilova gesagt, dass es zu früh sei, um Blockchain im Wahlverfahren zu erproben. Die Leiterin der Wahlkommission gab an, dass die meisten Wahllokale nicht über Computer oder Kameras verfügen, was eine dezentralisierte Wahl unmöglich machen würde.

Trotz der Unsicherheit, die bezüglich der Regulierung von Kryptowährungen in Russland herrscht, ist die Blockchain-Branche des Landes bisher sehr aktiv. Ein etwaiger Gesetzentwurf dazu wartet noch auf Verabschiedung, nachdem wichtige Krypto-Terminologien aus diesem gestrichen wurden. Cointelegraph hatte außerdem diese Woche berichtet, dass der weltgrößte Diamantenproduzent Alrosa, der seinen Sitz in Russland hat, mit dem Branchen-Konkurrenten De Beers zusammenarbeiten will, um ein Blockchain-basiertes Nachverfolgungssystem für Diamanten zu entwickeln, das den Namen „Tracr“ trägt.

Im August hatte Gazprom angekündigt, eine Kooperation mit der Fluglinie S7 Airlines einzugehen, um ein Blockchain-System für die Betankung von Flugzeugen zu erstellen.