Ruanda: Regierung nutzt Blockchain-Technologie zur Nachverfolgung von Tantal

Ruanda hat sich mit einem britischen Blockchain-Start-up zusammengeschlossen, um den Abbau des Konfliktmetalls Tantal im Land nachzuverfolgen, so eine Pressemitteilung des Start-ups, vom 16. Oktober.

Ruanda ist der weltweit führende Hersteller von Tantal. Das ist ein Mineral, das in der Unterhaltungselektronik, wie zum Beispiel Smartphones und Computer, verwendet wird. Mittels Blockchain-Technologie will der ruandische Ausschuss für Bergbau, Erdöl und Gas in Zusammenarbeit mit dem Start-up-Unternehmen Circulor die Tantalproduktion transparenter machen.

In der Pressemitteilung heißt es, dass die Implementierung von Blockchain-Technologien dazu beitragen werde, "dass Unternehmen die international vorgeschriebenen Maßnahmen zur Unterbindung der Finanzierung für Konfliktmineralien durchführen".

Laut Reuters habe das Bergbauunternehmen Power Resources Group (PRG) - zu dessen börsennotierten Partnern auch das Unternehmen Kemet gehört, das ein Apple-Lieferant ist - einen Pilotversuch zur Nachverfolgung des Metalls durchgeführt und soll nun "das Produktionssystem nutzen". Ray Power, der CEO von PRG, sagte gegenüber Reuters, dass in Bezug auf Mineralien seit 2015 schon "die Nachverfolgbarkeit kritisiert werde".

Die Unternehmen haben eine Partnerschaft geschlossen, um die Blockchain-Plattform von Circulor zu nutzen, die auf Hyperledger Fabric basiert. Das ist eine Open-Source-Digitaler-Ledger-Software, die von der Linux Foundation gehostet wird. Mit der Blockchain-Plattform soll die Lieferkette des Tantals nachverfolgt werden.

Douglas Johnson-Poensgen, der CEO von Circulor, betonte, dass die neue technologische Anwendung "die Kosten für Bergbauunternehmen, die derzeit einen überproportionalen Anteil an den Kosten für die Einhaltung der Vorschriften tragen, drastisch senken wird". Er fügte auch hinzu:

"Unsere Blockchain-Plattform wird es den Verbrauchern ermöglichen zu verstehen, woher die Materialien in den von ihnen gekauften Produkten stammen. Es wird gleichzeitig auch schwieriger für Materialien, die nicht aus ethischen Gründen bezogen werden, die Lieferkette zu passieren."  

In diesem Frühjahr hatte Circulor mit dem deutschen Automobilriesen BMW zusammengearbeitet. Dabei war das Ziel, "die so genannten 'sauberen' Kobaltlieferungen nachzuverfolgen, um eine ethisch vertretbare Herkunft zu gewährleisten", berichtete Cointelegraph am 6. März.

Auch in diesem Frühjahr hatte De Beers, ein globaler Riese in der Diamantproduktion, den Einsatz von Blockchain-Technologie für die digitale Nachverfolgung von Diamanten "von der Grube bis zum Einzelhandel" angekündigt. Ziel des Unternehmens war es, die Effizienz in der Lieferkette zu steigern und das Vertrauen der Verbraucher und der Öffentlichkeit in die konfliktfreie Diamantenproduktion von De Beers zu stärken.