Die US-Staatsanwaltschaft hat neue Gerichtsdokumente eingereicht, in denen die Pläne von Sam "SBF" Bankman-Fried zur Wiederherstellung seines öffentlichen Images nach dem Zusammenbruch von FTX im Jahr 2022 erläutert werden.

Laut einem Google-Dokument, das dem Memorandum der Regierung zur Strafzumessung vom 15. März beigefügt ist, nannte Bankman-Fried 19 "zufällige, wahrscheinlich schlechte Ideen", die das Social-Media-Narrativ des dramatischen Niedergangs der Kryptobörse ändern sollten.

Unter anderem gab es die Idee, "zu Tucker Carlsen zu gehen und sich als Republikaner zu outen", Dokumente an die Presse weiterzuleiten, Anwälte zu kritisieren und sich als "extrem pro Krypto, pro Freiheit" hinzustellen. Zudem soll "eine starke Anti-Binance-Botschaft" gepostet werden.

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Google-Dokument von Bankman-Frieds E-Mail-Konto. Quelle: U.S. District Court for the Southern District of New York

Das Dokument ist Teil der Argumentation der Staatsanwaltschaft, die eine Haftstrafe von 40-50 Jahren für den ehemaligen FTX-CEO fordert, der im November 2023 wegen Betrugs und Geldwäsche verurteilt wurde. Laut dem Memorandum zur Strafzumessung zeigt das Google-Dokument eine "erhebliche Wahrscheinlichkeit", dass Bankman-Fried einen weiteren Betrug begehen würde, wenn er in jungem Alter wieder in die Gesellschaft entlassen würde.

"Das ist nicht nur Spekulation. In den Tagen nach der Insolvenz von FTX und sogar nachdem der Angeklagte angeklagt wurde, erwägte er die Gründung der "Archangel LTD", die eine Alternative zur Insolvenz von FTX darstellen und zur Eröffnung einer weiteren Börse führen würde."

Das vorgeschlagene Strafmaß liegt deutlich unter der möglichen Höchststrafe, die ihm nach den US-Richtlinien droht. Diese Höchststrafe beläuft sich auf 110 Jahre Haft. Bankman-Frieds Verteidiger fordert dagegen weniger als sieben Jahre Gefängnis, wie aus einem Memo vom 27. Februar hervorgeht. Richter Lewis Kaplan soll seine Entscheidung am 28. März verkünden.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft zeigt Bankman-Frieds Strafantrag bereits den Versuch, "seine Verbrechen als bloße Fehler oder Missverständnisse darzustellen". Dabei wurde auf Briefe verwiesen, die von seiner Verteidigung zur Unterstützung einer Strafminderung eingereicht wurden.

"Der Punkt ist, dass der Angeklagte mit einer guten Geschichte zurückkommen möchte und bereits darüber nachgedacht hat, wie er diese erzählen kann. Es ist realistisch, dass er sich auf ein Narrativ festlegt und andere Menschen mit Lügen und dem Versprechen falscher Hoffnung davon überzeugen wollen wird, ihr Geld zu investieren."

Nahezu ein Jahr nach dem Zusammenbruch von FTX kam ein Geschworenenprozess zu dem Schluss, dass der ehemalige Geschäftsführer in allen sieben Anklagepunkten, die die US-Regierung gegen ihn erhoben hatte, schuldig ist. Bankman-Fried plädierte auf nicht schuldig. Das neue Management von FTX hat kürzlich Pläne zur vollständigen Entschädigung für die Gläubiger bekannt gegeben.

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