Siemens beteiligt sich an Blockchain-Energieplattform

Zwei Energiebereiche des deutschen Technologiekonzerns Siemens haben sich einer Blockchain-basierten Energieplattform angeschlossen, um den Einsatz dezentraler Technologien in der Branche zu fördern, so eine Pressemitteilung vom Mittwoch, dem 21. November.

Laut Siemens arbeiten die Abteilungen Energy Management und Power Generation Services künftig mit der 2017 gegründeten Open-Source- und skalierbaren Blockchain-Plattform "Energy Web Foundation" (EWF) zusammen, um regulatorische, betriebliche und marktwirtschaftliche Lösungen für den Energiesektor zu erarbeiten.

Siemens-Experten glauben, dass die Blockchain-Technologie dazu beitragen wird, die Interoperabilität in diesem Gebiet zu verbessern und die Verbraucher mit Energieerzeugern und Netzbetreibern zu verbinden, heißt es in der Pressemitteilung. Darüber hinaus könnte die Technologie dazu beitragen, die Effizienz von Energiesystemen zu steigern und neue Formen der Projektfinanzierung zu ermöglichen.

In der Erklärung wird auch darauf hingewiesen, dass Siemens bereits Blockchain-Technologie mit Microgrid-Steuerungslösungen einsetzt, um die Kontrolle des Energieverbrauchs zu optimieren. So entwickelte das deutsche Unternehmen 2016 in Zusammenarbeit mit dem US-Startup LO3 Energy Mikronetze, die den lokalen Handel zwischen Energieverbrauchern und Produzenten auf einer Blockchain-Plattform ermöglichen. Die Lösung wurde im Bezirk Brooklyn in New York getestet, wo überschüssiger Strom wieder in das lokale Netz eingespeist und von Käufern bezahlt werden kann.

Wie Cointelegraph bereits berichtete, hatte sich die Finanzierungsgesellschaft des Unternehmens, Siemens Financial Services (SFS), im August an einem Blockchain-Pilotprojekt für Bankgarantien mit R3 Corda-Technologie beteiligt, das vom britischen multinationalen Bank- und Finanzdienstleistungsunternehmen Standard Chartered (SC) gestartet wurde.

Die Blockchain-Technologie wird von den wichtigsten Akteuren der Energiewirtschaft in verschiedenen Ländern bereits aktiv getestet. So hat beispielsweise der große singapurische Energieversorger SP Group, der den Strom- und Gastransport des Landes betreibt, einen Blockchain-Marktplatz für den Handel mit Solarenergie eingerichtet. Auch in Asien wird Südkoreas größter Energieversorger KEPCO Blockchain und andere innovative Energielösungen nutzen, um ein umweltfreundliches Mikronetz zu entwickeln.