Spanien: Finanzministerium will 15.000 Steuerzahler mit Krypto-Beständen beobachten

Das spanische Finanzministerium (Hacienda) wird 15.000 Steuerzahler überwachen, die im letzten Jahr Transaktionen mit Kryptowährungen getätigt haben. Das geht aus einem Bericht der größten spanischsprachigen Zeitung El País vom 19. November hervor.

Unter der Schirmherrschaft der Hacienda, wolle die spanische Steuerbehörde Agencia Estatal de Administración Tributaria (AEAT) im Rahmen ihres jährlichen Steuerkontrollplans "den steuerlichen Verlauf dieser neuen Technologien, wie etwa Blockchain und insbesondere Kryptowährungen, überwachen", um Steuerbetrug zu verhindern.

Das Nationale Amt für Betrugsbekämpfung (ONIF) der Steuerbehörde hat Dutzende von Unternehmen, Banken und Mittelsmänner in Spanien untersucht und schließlich eine Gruppe von 15.000 Steuerzahlern ausgewählt, die weiter beobachtet werden.

Die AEAT wird nun überwachen, ob diese Steuerzahler die möglichen Kapitalgewinne oder -vorteile ihrer Geschäftstätigkeit in der Steuererklärung angeben. Außerdem wird sie untersuchen, ob diese digitale Währungen zum Zwecke der Geldwäsche verwenden. Im Artikel heißt es weiter:

"Die Verwendung von Kryptowährungen, wie zum Beispiel Bitcoins, als Zahlungsmittel ist heute eine der anspruchsvollsten Herausforderungen. Um dieser Bedrohung entgegenzutreten, werden die Untersuchungsabteilungen der Steuerbehörde die neuen Technologien zur Informationserfassung und -analyse in allen Arten von Netzen verstärkt nutzen."

Im Herbst hatte die spanische Regierung bereits einen Gesetzentwurf gebilligt, nach dem Investoren ihre virtuellen Währungsbestände speziell für die Steuerfestsetzung offenlegen mussten, wie Cointelegraph am 22. Oktober berichtete.

Im Mai wurde der Gesetzesentwurf für Blockchain-Technologie und Kryptowährungsregulierung im spanischen Kongress unterstützt. Dabei soll es "kontrollierte Testumgebungen" geben, die allgemein als "regulatorische Sandkästen" bezeichnet wurden, wie Cointelegraph am 31. Mai berichtete.