Britische Straßenzeitung will per Blockchain soziale Zwecke fördern

Die britische Straßenzeitung „The Big Issue“ (Dt.: Das wichtige Thema), die von Obdachlosen verkauft wird, führt eine eigene Blockchain-Plattform ein, um sogenanntes Impact-Investing — also Investitionen mit sozialer oder ökologischer Tragweite — zu fördern. Dies berichtet die Financial Times am 19. November.

Die Investmentfirmen UK Standard Life Aberdeen, U.S. Columbia Threadneedle und AllianceBernstein schließen sich The Big Issue als Gründer der Plattform an, die in Anlehnung an den Namen der Straßenzeitung auf „The Big Exchange“ getauft wurde. Laut Financial Times sollen auf dieser 30 bis 40 verschiedene Investitionsprojekte mit sozialem oder ökologischem Hintergrund geführt werden. Der offizielle Start soll in den nächsten 6 Monaten erfolgen.

Die etwaigen Anleger müssen lediglich eine kleine Gebühr entrichten, um die Börse zu nutzen. Sobald diese sich auf der Plattform registriert haben, können entweder einzelne Projekte oder vorgefertigte Projekt-Körbe ausgewählt werden, die im Hinblick auf die „17 Ziele für nachhaltige Entwicklung“ der UN eine Bewertung zwischen Gold, Silber oder Bronze erhalten haben.

Die Mindestinvestition beträgt 640 US-Dollar, allerdings plant Nigel Kershaw, der Vorsitzende der Big Exchange, diesen Betrag auf 3,20 US-Dollar zu senken, was dem Preis einer Ausgabe der Straßenzeitung entspricht.

Laut Financial Times hat die Plattform bisher 1,3 Mio. US-Dollar von den drei Gründungsfirmen erhalten, außerdem hat auch die in London sitzende FNZ einen Teil dazu beigetragen. In den nächsten 5 Jahren plant die Big Exchange, 3,8 Mio. US-Dollar an Investitionsgeldern einzusammeln.

Blockchain wird weitläufig für soziale Zwecke eingesetzt, dabei oft im Rahmen der Wohltätigkeit. Wie Cointelegraph erklärt, können Krypto-Technologien (insbesondere Blockchain) dabei helfen, für mehr Transparenz der Spendengelder zu sorgen, gleichzeitig werden damit auch die Transaktionskosten gesenkt.

Die große Kryptobörse Binance konnte zuletzt 1,41 Mio. US-Dollar in ERC20-Tokens sammeln, was wiederum den Opfern der großen Flut in Japan zugutekommt.

Des Weiteren wird Blockchain ebenso genutzt, um damit indirekt soziale oder ökologische Ziele zu erreichen. So hat SC Johnson, ein Hersteller für Reinigungsmittel, in Zusammenarbeit mit der umweltfreundlichen Plastic Bank im Oktober mehrere Recycling-Zentren in Indonesien aufgebaut, in welchen die Bevölkerung Tokens für die Abgabe von Müll erhalten können.