Mike Novogratz vergleicht Krypto-Marktlage mit „Drogenentzug“

Mike Novogratz hat die momentane Lage der Kryptomärkte mit der Metapher eines „Drogenentzugs“ umschrieben. Die entsprechende Äußerung tätigte er in einem Bloomberg Interview vom 11. Dezember.

In dem Interview wurde Novogratz von Bloomberg gefragt, wie sein Wall Street Hintergrund ihn vom Rest der Krypto-Community unterscheidet, der Kryptowährungen „nahezu als eine Religion“ sieht. Novogratz meint, dass er zwar auch an das Grundprinzip der Technologie glaubt, aber trotzdem verkauft, „sobald die Kurse unrealistisch werden“.  

Den kometenhaften Aufstieg von Bitcoin (BTC) gegen Ende 2017, der einen Rekord-Kurswert von fast 20.000 US-Dollar erreichte, verglich er mit einer „Droge“. Er bleibt in dieser Bildsprache und nennt diese Phase einen „Spekulations-Rausch“, von dem die Marktteilnehmer nun allerdings „ernüchtert“ wären.    

Der ehemalige Top-Manager von Goldman Sachs bezeichnet die momentane Stimmung als „pessimistisch“ und „ängstlich“, wobei viele davon ausgehen, dass die führende Kryptowährung sogar „auf null“ geht. Novogratz selbst bleibt allerdings zuversichtlich:

„Sie wird aber nicht auf null gehen. Wir befinden uns derzeit nur im Drogenentzug.“

Des Weiteren gibt er im Interview an, dass er davon ausgegangen ist, dass Bitcoin „die 6.200 US-Dollar Marke halten könnte […] was aber von der Bitcoin Cash Hardfork zunichte gemacht wurde“. Dieser Logik folgen auch viele andere Experten, die ebenfalls vermuten, dass die Hardfork von Bitcoin Cash die treibende Kraft hinter dem momentanen Marktzusammenbruch ist.  

Auf die Faktoren von Angst und Unsicherheit geht Novogratz gegenüber Bloomberg noch genauer ein:

„Zur gleichen Zeit als die BCH-Hardfork durchgeführt wurde, sanktionierte die Börsenaufsicht SEC einige ICOs, weshalb Anleger jetzt Schadensersatz einklagen können, was wiederum viele Unternehmen abgeschreckt hat.“

Auf die Frage, ob die Investitionsmethode der Initial Coin Offerings (ICO) jemals „wieder zurückkommen“ wird, antwortete Novogratz, dass „der ICO-Markt im Moment quasi tot ist“. Allerdings denkt er, dass „die SEC diese Innovation nicht abwürgen möchte“, weshalb er von einem regulierten Markt für sogenannte Security Tokens ausgeht.

Die alternative Form der Security Tokens wären hingegen „kein Mittel, dass von 1 US-Dollar bis zu 1.000 US-Dollar reicht“, allerdings könnte diese „14% Rendite bringen“, was seiner Meinung nach zwar „längst nicht so sexy klingt, aber trotzdem größere Beliebtheit gewinnen wird“.  

Der Gründer von Galaxy Digital unterstreicht ebenfalls die verbreitete These, dass „Bitcoin digitales Gold sein wird“, was er wie folgt erklärt:

„Bitcoin wird der einzige Coin sein, der ein legales Schneeballsystem ist, genau wie Gold. Das ganze Gold, das in der gesamten Geschichte der Menschheit abgebaut wurde, füllt nur ein einziges Schwimmbecken aus. Sie sind verrückt, wenn Sie glauben, dieses Schwimmbecken hätte einen Wert von 8 Billionen US-Dollar, aber das tut es, weil wir das so wollen“.

Wie Cointelegraph letzten Monat berichtet hatte, hat Galaxy Digital in den ersten drei Quartalen 136 Mio. US-Dollar Verlust gemacht, trotzdem bleibt Novogratz optimistisch, dass die Kryptomärkte „im nächsten Jahr den Schalter umlegen“.

Jay Clayton, Vorsitzender der amerikanischen Börsenaufsicht SEC, meinte in der letzten Woche, dass ICOs „sinnvoll sein können“, wobei diese jedoch „im Rahmen des Wertpapiergesetzes bleiben müssen“.