Britisches Blockchain-Start-up tritt EU-Abwicklungssystem bei

Das britische Blockchain-Start-up Setl ist dabei, einem EU-Abwicklungssystem beizutreten, nachdem es eine Genehmigung von der französischen Wertpapieraufsicht erhalten hat, um eine zentrale Wertpapierverwahrstelle zu betreiben. Das geht aus einem Bericht der Financial Times vom Dienstag, 23. Oktober, hervor.

Setl entwickelt Blockchain-Lösungen für die Finanzbranche und hat erhielt eine Lizenz von der Autorite des Marches Financiers erhalten. Damit kann es sich nun einer Plattform namens Target2-Securities anschließen - ein europäisches Netzwerk für die Wertpapierabwicklung, das von der Europäischen Zentralbank betrieben wird. Ziel der Plattform ist es, die Geschwindigkeit von grenzüberschreitenden Zahlungen zu erhöhen.

Laut der Financial Times wird die offizielle Genehmigung für den Beitritt von Setl in wenigen Wochen erteilt. Die Abwicklungsplattform soll voraussichtlich Anfang 2019 eröffnet werden.

Setl wurde 2015 vom ehemaligen CEO der alternativen europäischen Börse Chi-X Peter Randall und von Anthony Culligan, dem Gründer der Peer-to-Peer-Bitcoin-Handelswebseite Roolo, gegründet. Die Financial Times betonte, dass Setl, im Gegensatz zu anderen Blockchain-Entwicklungsunternehmen, einen "auf Genehmigungen basierten Ledger" verwendet. Damit ist dieser nur für einen kleinen Kreis von vertrauenswürdigen Parteien zugänglich.

Die EU-Länder sind bereits dabei, Blockchain in verschiedenen Bereichen zu integrieren.

Im April haben mehrere EU-Mitgliedstaaten und Norwegen die Europäische Blockchain-Partnerschaft ins Leben gerufen. Deren Ziel ist es, dezentrale Lösungen in der gesamten Union zu fördern. Bis Ende September haben sich 27 Länder, darunter Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Frankreich und Malta, der Partnerschaft angeschlossen. Die Partnerschaft will Berichten zufolge, grenzüberschreitende Dienstleistungen, unter anderem im Bereich Logistik und Regulierungen, sicherer und effizienter machen.

Anfang Oktober hat die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA erklärt, dass sie sich ein Budget in Höhe von über 1 Mio. Euro für die Überwachung der Bereiche Fintech und Krypto-Vermögenswerte gesetzt hatte.