Kontroverser Venezuela Petro soll im November eingeführt werden

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro ist im Staatsfernsehen aufgetreten, um die offizielle Einführung der National-Kryptowährung Petro bekanntzugeben. Dies geht aus einer Zusammenfassung seiner Rede hervor, die am Montag (dem 1. Oktober) von der Regierung im Internet veröffentlicht wurde.

Maduro gab an, dass die offizielle Webseite des Petros schon online gegangen sei, während die dazugehörige Petro-Wallet bei Google Play verfügbar ist. Allerdings soll der öffentliche Verkauf erst am 5. November losgehen.

Maduro hob hervor, dass der Petro ab Montag auf sechs großen Kryptobörsen geführt werden soll, jedoch konkretisierte er nicht, um welche es sich dabei handelt. Laut CoinMarketCap ist die Öl-gestützte Kryptowährung aber noch nicht von großen Börsen wie Binance, OKEx oder Huobi gelistet.

Des Weiteren legte der venezolanische Präsident fest, dass ab jetzt alle Öl-Käufe im Inland bzw. ins Ausland mit Petro bezahlt werden müssen. Dies betrifft auch Fluglinien, deren Routen durch die Flughäfen des Landes führen, da der entsprechende Treibstoff ebenfalls mit Petro gezahlt werden soll.

In seiner Rede wiederholte Maduro, dass die staatliche Kryptowährung durch Öl abgesichert ist. Im dazugehörigen Projektentwurf (White Paper) wird aufgeschlüsselt, dass die Währung zu 50% von Öl, 20% Gold, 20% Stahl und 10% Edelsteinen gestützt wird.

Allerdings kommt diese Restrukturierung des Petros zu spät, wie ein Experte des Zentrums für Strategische und Internationale Studien (Sitz in Washington) gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte: „Es ist zu spät, um den Petro zu retten. Es besteht keinerlei Vertrauen und es wird auch nicht wieder aufgebaut.“   

Der Präsident Venezuelas hatte in der Vergangenheit schon mehrere Ankündigungen zur digitalen Nationalwährung gemacht. Zunächst sagte Maduro, dass die Währung ab August in den Umlauf kommen würde. Danach gab er an, dass der Petro als Währungseinheit für heimische Gehäl ter, Güter und Dienstleistungen verwendet werden sollte, da die nationale Fiatwährung (Bolivar) Probleme mit Hyperinflation hat.  

Zuletzt hatte der Regierungschef ausgesagt, dass der Petro im Oktober auf den Markt kommt.

Maduro's claims on Petro

Trotz Maduros Äußerungen bleiben viele Experten weiterhin skeptisch. Ein Reuters-Bericht aus dem August behauptet, dass es in Venezuela keine Anzeichen für die tatsächliche Existenz des Petros geben würde. Das amerikanische Magazin Wired meinte, der venezolanische Coin sei ein „PR-Stunt“, um Regierungsversagen zu überspielen und die nationale Fiatwährung wieder in Schwung zu bringen.