"Sehr, sehr kritisch": Deutscher Finanzminister gegen Facebooks Libra

Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz sieht einen Nutzen für eine elektronische Version des Euro, glaubt aber, dass Facebook keine Währung ausgeben sollte. 

Scholz: Deutschland will E-Euros, nicht Libra

In einem Gespräch mit der lokalen Finanznachrichtenplattform WirtschaftsWoche am 3. Oktober kündigte Scholz an, dass er an einem so genannten E-Euro interessiert wäre:

"Ein solches Zahlungssystem wäre gut für den Finanzplatz Europa und seine Einbindung ins Weltfinanzsystem."

Im Gegensatz dazu hat Scholz erklärt, er sehe die digitalen Währung Libra von Facebook "sehr, sehr kritisch". Damit folgt er dem Beispiel Frankreichs, dass sich ebenfalls kritisch zu der Währung äußerte. Er erklärte weiterhin:

"Ein Kernelement der staatlichen Souveränität ist die Herausgabe einer Währung, wir werden sie nicht Privatunternehmen überlassen."

Libra weiterhin kritisch beäugt

Kurz zuvor hatte der Apple-CEO Tim Cook seine Abneigung gegen Libra geäußert und behauptete ebenfalls, dass Regierungen und Zentralbanken für Geldangelegenheiten zuständig sein sollten.

"Mir gefällt der Gedanke nicht, dass ein privates Unternehmen eine moderne Währung erschaffen kann", wie er in einem Interview mit der französischen Publikation Les Echos erklärte. Er fügte hinzu, dass Apple nicht die Absicht habe, eine derartige Währung zu entwickeln.

Wie Cointelegraph berichtete, geht aus dem jüngsten Entwicklungsplan von Libra hervor, dass die Entwickler weiterhin volles Vertrauen in das Projekt haben und die Einführung eines Mainnet planen.

Mehrere Monate lang hieß es, dass es im zweiten Quartal 2020 herauskommen sollte. Der Facebook-CEO Mark Zuckerberg hatte dann allerdings erklärt, dass das Unternehmen keine Frist für den Start festgelegt habe.

Am 4. Oktober zog sich das Zahlungsnetzwerk PayPal offiziell aus der Libra Association zurück.